Michael's Blog

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Endlich wieder Kiwi!

Nach gut einem Monat Experiment ist mein Verlangen nach Süßem praktisch weg, nur manchmal kommt noch die Lust in mir hoch, Süßes zu essen. Ich greife dann aber nicht zu fruktosefreier Schokolade, sondern zu einer Banane. Oder Beeren. Oder einer Kiwi. Und das ist für mich eine große Sache.

Wenig Obst, viel Süßstoffe

Kiwi - die habe ich vor meiner Fruktoseintoleranz-Diagnose immer gerne gegessen, doch seither konnte ich sie nicht mehr genießen. Eine Kiwi bedeutete Bauchschmerzen und Durchfall. Mein Obst-Konsum und mein aktiver Zuckerkonsum hat sich auf ein Minimum beschränkt. Meinen Kaffee und meine Kuchen habe ich mit Süßstoffen wie Stevia oder Erythrit statt mit Zucker gesüßt, mein abendliches Joghurt mit einem Teelöffel Erdbeermarmelade und Stevia verfeinert. Ich habe pro Woche ca. eine Banane und zwei Mandarinen, im Sommer mal statt der Mandarinen ein kleines Stück Honigmelone oder anderes Obst gegessen. Nur ein bisschen zu viel Fruktose, und die typischen Fruktoseintoleranz-Symptome waren da.

Warum klappt das jetzt auf einmal mit dem Obst?

Wir haben für unser #zucker90 Experiment unsere Ernährung sehr genau mitprotokolliert und werten die Daten immer wieder aus. Warum ich plötzlich so viel Obst vertrage, erkennt man schnell aus diesen Daten.

Versteckte Zucker in der Nahrung

Obst trotz FructoseintoleranzIn unserem Blog #zucker90 geht es ja um versteckte Zucker. Da ich mich seit über 10 Jahren entsprechend meiner Fruktoseintoleranz zuckerarm ernähre, ging ich davon aus, dass ich wenig versteckte Zucker konsumiere. Doch ich habe mich getäuscht. Die Analyse zeigt klar: Seit ich auf Zucker und Süßstoffe verzichte, verzehre ich pro Woche 300g weniger versteckte Zucker*. 300g pro Woche!

Dieser Wert haut mich buchstäblich vom Hocker. Kein Wunder, dass ich nun Kiwis und Erdbeeren vertrage. Eine Kiwi hat nur ca. 10g Zucker (5g Fruktose und 5g Glukose). Das ist nichts, im Vergleich zu den bisher verzehrten versteckten Zuckern*.

Wie kommt es zu den 300g pro Woche?

Nun wird sich jeder Betroffene die Frage stellen: Wieso ist der Zechmann so dumm und isst 300g versteckte Zucker ohne es zu merken? Das ist ganz einfach. Diese Zucker sind überall drin, egal ob im „gesunden“ Bio-Dinkel-Vital-Brötchen (3g/100g), in Tortellini mit Spinat-Käse-Füllung (10g/100g;) oder Abends im Schwarzbrot mit Schinken und Käse (5g/100g). Alles zusammengerechnet kam ich auf ca 45g Zucker* pro Tag.
Und nun, nach der Umstellung? Ich sollte ja nun auf maximal 25g Zucker* pro Tag kommen. Doch das Ziel erreiche ich nie. Ich komme im Durchschnitt auf nur 6g Zucker* pro Tag. Und das fast ohne Probleme! Oft sind es auch 0g.

Vor lauter Freude darüber, nun wieder Früchte wie Kiwi und Erdbeeren essen zu können, habe ich mich für euch in die Küche gestellt und ein zuckerfreies Rezept für eine Erdbeerkonfitüre entwickelt. Ich werde es bald hier veröffentlichen, muss noch Fotos machen...

 

*Entsprechend der WHO Definition zugesetzte Einfach- und Zweifachzucker, z.B. auch inkl. Glukose; Nicht eingerechnet sind natürlich vorkommende Zucker in unverarbeitetem Obst und Gemüse.

Süß, süßer, Süßstoffe
Die ersten 30 Tage ohne Zucker
 

Kommentare 3

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nmiadmin am Montag, 29. Mai 2017 08:26

Wahnsinn! 300 Gramm Zucker sind mehr als 1.000 kcal! Kein Wunder, wenn man da abnimmt :-)

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Wahnsinn! 300 Gramm Zucker sind mehr als 1.000 kcal! Kein Wunder, wenn man da abnimmt :-)
tweetie am Dienstag, 30. Mai 2017 13:03

Ich bin ganz erstaunt, aber in eine andere Richtung: Dass manche gar nicht kochen können (s. anderer Beitrag) und sich nur von Fertiggerichten ernähren. Ohne Euch zu nahe treten zu wollen. Ich dachte, sowas wären Ausnahmen. Ich hab tatsächlich auch mal TK-Pizza usw. gegessen, aber eher selten.

Berufsbedingt hab ich vor einigen Jahren aber längere Zeit mittags unter der Woche fast nur in der Kantine gegessen. Als ich wegen Rücken knapp 1 Jahr krankgeschrieben war, habe ich in der Zeit selbst gekocht. Mengenmäßig hab ich genausoviel gegessen, bewegen konnte ich mich kaum in der Zeit, trotzdem hab ich in der Zeit 7kg! (ca. 10% meines Körpergewichts) abgenommen. Da fragt man sich, was in dem Essen wohl so alles drinsteckt. Neben Zucker dürfte noch so einiges ungesundes drin sein wie Farbstoffe und andere Zusatzstoffe, Transfettsäuren... Und massenhaft Fett! Ich glaub zwar nicht, dass Fett per se schlecht ist in der Nahrung, aber einfach zusätzlich einem ansonsten ungesunden Essen in großen Mengen zugefügt, schon (z.B. Nudeln mit Fett, damit die Nudeln in den Warmhaltebehältern nicht verkleben).

Mit wenig Zucker in der Nahrung hab ich auch so meine Erfahrung. Ich hatte vor Jahren Xylit und Erythrit gekauft und nur noch damit gesüsst. Es war bei mir der gleiche Effekt wie bei Euch: Mein Verlangen nach Süßem ließ nach. Xylit und Erythrit nehme ich nun allerdings beide nicht mehr.

Später hab ich mich mal phasenweise lowcarb ernährt (aus anderen gesundheitlichen Gründen). Hier bemerkte ich, dass der Hunger generell nachließ. Aber auch das sollte man wohl nicht zu lange machen, da unsere netten Darmmitbewohner uns das übelnehmen könnten.

Ernährung ist schon eine spannende Sache und ich bin gespannt, was ihr noch so berichtet. Das mit der Kiwi fand ich jedenfalls sehr interessant.

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Ich bin ganz erstaunt, aber in eine andere Richtung: Dass manche gar nicht kochen können (s. anderer Beitrag) und sich nur von Fertiggerichten ernähren. Ohne Euch zu nahe treten zu wollen. Ich dachte, sowas wären Ausnahmen. Ich hab tatsächlich auch mal TK-Pizza usw. gegessen, aber eher selten. Berufsbedingt hab ich vor einigen Jahren aber längere Zeit mittags unter der Woche fast nur in der Kantine gegessen. Als ich wegen Rücken knapp 1 Jahr krankgeschrieben war, habe ich in der Zeit selbst gekocht. Mengenmäßig hab ich genausoviel gegessen, bewegen konnte ich mich kaum in der Zeit, trotzdem hab ich in der Zeit 7kg! (ca. 10% meines Körpergewichts) abgenommen. Da fragt man sich, was in dem Essen wohl so alles drinsteckt. Neben Zucker dürfte noch so einiges ungesundes drin sein wie Farbstoffe und andere Zusatzstoffe, Transfettsäuren... Und massenhaft Fett! Ich glaub zwar nicht, dass Fett per se schlecht ist in der Nahrung, aber einfach zusätzlich einem ansonsten ungesunden Essen in großen Mengen zugefügt, schon (z.B. Nudeln mit Fett, damit die Nudeln in den Warmhaltebehältern nicht verkleben). Mit wenig Zucker in der Nahrung hab ich auch so meine Erfahrung. Ich hatte vor Jahren Xylit und Erythrit gekauft und nur noch damit gesüsst. Es war bei mir der gleiche Effekt wie bei Euch: Mein Verlangen nach Süßem ließ nach. Xylit und Erythrit nehme ich nun allerdings beide nicht mehr. Später hab ich mich mal phasenweise lowcarb ernährt (aus anderen gesundheitlichen Gründen). Hier bemerkte ich, dass der Hunger generell nachließ. Aber auch das sollte man wohl nicht zu lange machen, da unsere netten Darmmitbewohner uns das übelnehmen könnten. Ernährung ist schon eine spannende Sache und ich bin gespannt, was ihr noch so berichtet. Das mit der Kiwi fand ich jedenfalls sehr interessant.
MichaelZechmann am Mittwoch, 31. Mai 2017 16:28

Tweetie, danke für deinen Beitrag. Nicht jeder kann kochen. Daher ist es für einen Blog wie den unseren wichtig das zu thematisieren. Und der Konsum von Fertiggerichten nimmt eher zu, als ab. Auch bei Menschen mit Intoleranzen. Ich finde das gar nicht so wild, in Zeiten wie diesen hat man nun mal nicht immer Zeit alles frisch zu kochen. Ab und zu mal was fertiges Essen, wieso nicht? Das ist einfach Realität. Wir wollen im Selbstversuch herausfinden was alles möglich ist und wollen auch schauen, dass es möglich ist mehr selbst zu kochen und doch ab und ann was fertiges zu essen. Und das mit weniger als 25g Zucker pro Tag.

Zu Xylit/Erythrit: Wir lassen in den 90 Tagen bei #zucker90 auch diese Süßungsmittel weg. Sie sind zwar gute Alternativen bei FM, aber man läuft Gefahr zu viel davon zu konsumieren. Daher scheint es besser zu sein sie erst mal völlig weg zu lassen (was kein Problem ist) und dafür dann normalen Zucker hin und wieder zu verzehren oder, wie in meinem Fall, die Obst-Rationen zu steigern. Das ist doch besser, als Xylit ;-)

lg
Michael

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Tweetie, danke für deinen Beitrag. Nicht jeder kann kochen. Daher ist es für einen Blog wie den unseren wichtig das zu thematisieren. Und der Konsum von Fertiggerichten nimmt eher zu, als ab. Auch bei Menschen mit Intoleranzen. Ich finde das gar nicht so wild, in Zeiten wie diesen hat man nun mal nicht immer Zeit alles frisch zu kochen. Ab und zu mal was fertiges Essen, wieso nicht? Das ist einfach Realität. Wir wollen im Selbstversuch herausfinden was alles möglich ist und wollen auch schauen, dass es möglich ist mehr selbst zu kochen und doch ab und ann was fertiges zu essen. Und das mit weniger als 25g Zucker pro Tag. Zu Xylit/Erythrit: Wir lassen in den 90 Tagen bei #zucker90 auch diese Süßungsmittel weg. Sie sind zwar gute Alternativen bei FM, aber man läuft Gefahr zu viel davon zu konsumieren. Daher scheint es besser zu sein sie erst mal völlig weg zu lassen (was kein Problem ist) und dafür dann normalen Zucker hin und wieder zu verzehren oder, wie in meinem Fall, die Obst-Rationen zu steigern. Das ist doch besser, als Xylit ;-) lg Michael
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