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Buntgemischtes Stevia - Was ist das?
Geschrieben von: nmi Administrator   
Kapitel dieses Artikels
Stevia - Was ist das?
Stevia selbst anbauen
Der Stevia-Test: Test 1
Stevia in der Küche: Test 2
Stevia Links
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Was ist Stevia?

Der wissenschaftliche Name dieser Pflanze lautet „Stevia rebaudiana“, auf deutsch Honigblatt. Dieser Name ist bezeichnend, denn die grünen Blätter schmecken sehr süß. Ursprünglich kommt dieses Gewächs in Südamerika (Paraguay und Brasilien) vor, wo es seit Jahrhunderten von den Einheimischen zum Süßen von Tees und Speisen verwendet wird. Bereits die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert haben das Wissen um die Stevia-Blätter mit nach Europa gebracht. Doch das Kraut brauchte noch lange, um seinen Siegeszug anzutreten. Erst um 1900 wurde es wissenschaftlich beschrieben und seit den 1970er Jahren wird der aus den Blättern gewonnenen Süßstoff (Steviosid) wirtschaftlich verwendet. Damals hauptsächlich in Japan. Die Japaner waren auch die ersten, die es geschafft haben, die Steviapflanze in Kulturen zu züchten. Bereits in den 1980er Jahren stieg die Jahresproduktion der Japaner auf über 2000 Tonnen pro Jahr. Stevia kann in ähnlichen klimatischen Regionen wachsen wie Tabak. Hier würde eine Zukunft für die Tabakbauern der EU liegen. Die EU will keinen Tabak mehr produzieren und so sterben diese Bauern aus. Ein Umstieg auf Steviaproduktion könnte ein Ausweg aus dieser Krise sein. Heute produzieren neben Japan und China, auch die Ursprungsländer Paraguay und Brasilien Stevia für den Weltmarkt.

Stevia - verbotene Süße

stevia blattWobei Weltmarkt etwas hoch gegriffen ist, denn in den meisten Ländern ist bzw. war Stevia als Lebensmittelzusatzstoff verboten. In den 70er Jahren wurde Stevia in Japan zugelassen. In den USA wurde in den 80er-Jahren ein Verbot ausgesprochen, das aber in den 90er Jahren wieder revidiert wurde. Seit damals dürfen in den USA keine Lebensmittel mit Stevia als Zusatzstoff verkauft werden, Stevia an sich darf aber als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. Die Australier zogen erst 2008 nach, ebenso wie die Schweiz, in der seit 2008 Stevia teilweise zugelassen ist. Nur die EU sträubt sich derzeit noch gegen eine Zulassung von Stevia. Die Gründe hierfür sind schwer festzumachen. Zum einen hat man Angst, sich den Zuckermarkt zu zerstören, zum anderen stützt man sich – wie auch die USA – auf Studien an Ratten, Hühnern und Hamstern, die eine fruchtschädigende, krebserregende und spermatozooenschädigende Wirkung von Stevia proklamieren. Diese Ergebnisse sind allerdings sehr umstritten, vor allem, weil hier mit enormen Steviamengen gearbeitet wurde. Hochgerechnet auf einen 65kg schweren Menschen müsste dieser ca. 35kg frische Steviablätter pro Tag zu sich nehmen, um seine Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Nicht sehr realistisch... Die meisten Autoren gehen übrigens von einer Unbedenklichkeit eines täglichen Steviakonsums aus.

In der EU unterliegen Stevia-Produkte der sogenannten "Novel-Foods"-Verordnung. Das heisst, sie sind frei erhältlich, dürfen jedoch nicht als Süßstoffe, Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten angeboten werden. Daher werden die meisten Steviaprodukte in Naturkostläden als „Shampoo“ oder „Badezusatz“ verkauft.

Frankreich hat als erstes EU-Land im September 2009 die Verwendung eines auf Stevia basierenden Süßungsmittels erlaubt. Dies ist möglich, da die EU jedem Mitgliedsland eine Zulassung dieser Art für maximal 2 Jahre gewährt. Es wird sich zeigen, ob andere Länder nachziehen.

Stevia – was genau süßt da eigentlich?

Hauptinhaltsstoff der Blätter ist das Steviosid. Dies ist ein Stoff (bzw. eine Stoffgruppe) der 300 mal süßer ist als Zucker. Der Vorteil liegt darin, dass das Steviosid kalorienfrei und Karies- und Zahnbelaghemmend ist. Es ist für Diabetiker geeignet, aber vor allem auch für Menschen mit Fruktosemalabsorption oder Laktoseintoleranz.

Achtung: Manche Stevia-Produkte beinhalten Laktose! Also auch beim Kauf von Stevia: Zutatenliste lesen!



Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 12. September 2009 um 18:57 Uhr
 

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