Köstlich essen: Fruktose, Laktose & Sorbit vermeiden:

Über 90 Rezepte: Unbeschwert genießen trotz mehrerer Unverträglichkeiten

Autoren: Christiane Schäfer, Anne Kamp

Verlag: Trias; Auflage: 1., Aufl.
ISBN-10:
383043460X
ISBN-13: 978-3830434603

 

Lange schon war der Ruf da nach einem Kochbuch, das sowohl Laktoseintoleranz, als auch Fruktosemalabsorption und Sorbitunverträglichkeit berücksichtigt. Liest man den Titel des Buches, so glaubt man endlich so ein Buch gefunden zu haben. Doch schon die erste Seite lässt aufhorchen: Das Buch behauptet fortan für den Leser "der einzige Wegweiser" zu sein. Außerdem gäbe es bisher keine Webseite die sich um diese Fragestellung kümmern würde... Moment...War da nicht noch das NMI-Portal?

In den ersten Kapiteln werden die Unverträglichkeiten kurz vorgestellt. Diese Kapitel sind sehr gut und übersichtlich geschrieben und geben einen wunderbaren Überblick über die Thematik. Einige sehr interessante Tabellen und Auflistungen geben auch dem bereits bewanderten Leser hin und wieder wieder Aha-Erlebnisse. Die Tabellen werden durch eine Verträglichkeitsampel komplettiert.

Auffallend ist, dass die Autorinnen - auch für die Karenzzeit (also die Zeit nach de Diagnose, in der man dem Darm ein paar Wochen Erholung gönnt) - relativ hohe Mengen an Frucht- bzw. Milchzucker und Sorbit empfehlen. Dies dürfte wohl eine Streitfrage sein, die jedoch viele Patienten mit Bauchweh bezahlen werden. Andererseits nehmen die Autorinnen dem Leser die Angst davor, nie mehr Laktose oder Fruktose zu sich nehmen zu dürfen. Eine Angst die viele Patienten nach der Diagnose haben, die jedoch nicht stimmt und oft mehr Probleme macht, als notwendig. Dieser Umstand ist dem Buch sicherlich als positiv anzurechnen.

Die Rezepte

Neben den im Titel genannten Unverträglichkeiten gibt es bei jedem Rezept auch noch den Hinweis auf Verträglichkeit bei Histaminintoleranz. Die Rezepte an sich enttäuschen leider, da es sich nicht um tatsächlich laktosefreie Rezepte handelt, sondern fast ausschließlich um Rezepte die laktosefreie Milchprodukte verwenden. Und dafür muss man kein Spezial-Kochbuch kaufen. Außerdem wird fast allen Gerichten Traubenzucker beigemengt, was ernährungstechnisch nicht unbedingt ideal ist. Hier wären also Rezepte mit zBsp. Chinakohl oder Papaya, die von Haus aus wenig Fruktose haben und so auf Traubenzucker gänzlich verzichten können, wünschenswert gewesen. Moment...War da nicht noch das NMI-Portal?

Fazit: Die Grundidee ist gut, die Aufmachung ebenfalls. Der allgemeine Teil ist sehr lesenswert, die Rezepte sind leider nur bedingt tauglich. Paradoxerweise würden wir den Rezeptteil bei reiner Histaminintoleranz durchaus empfehlen...

nmi-Bewertung: 3 von 10 Sternen