Histamin-Intoleranz: Ein Leben ohne Netz und doppelten Boden

Autorin: Inge Lutz
Broschiert: 184 Seiten
Verlag: Wortschatz, Edition (28. April 2016)
ISBN-10: 3943362272
ISBN-13: 978-3943362275

Die Autorin des Buches ist Betroffene und hat sich dazu entschlossen, ihre Leidensgeschichte in Buchform zu veröffentlichen. Der erste Teil des Buches ist daher eine Autobiografie, in der sie beschreibt, wie sie von klein an mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Sie entwickelt ein Bild ihrer Histaminintoleranz bzw. Mastozytose und lässt so andere Betroffene deren eigene Geschichte mit der ihren vergleichen. Das ist sicherlich für einige Betroffene eine gute Hilfe, da sich der eine oder andere in einigen Beispielen selbst wiederfinden wird. Kritisieren muss ich, dass die Autorin hin und wieder Schlüsse zieht, die vielleicht nicht ganz dem aktuellen wissenschaftlichen Stand der Histaminintoleranz entsprechen und möglicherweise bei anderen Betroffenen zu Unsicherheiten führen könnten.

Die Autorin ist sehr naturheilkundlich orientiert, was aber durchaus positiv zu sehen ist, da Naturheilkunde bei Histaminintoleranz im Zusammenspiel mit guter Schulmedizin durchaus Erfolge erzielen kann. Diese wichtige Zusammenarbeit mit der Schulmedizin betont die Autorin immer wieder.

Im zweiten Teil beschreibt die Autorin Grundlagen der HIT, was für Betroffene ebenfalls eine gute Lektüre sein kann. Auch hier werden aber manchmal eigene Erfahrungen und naturheilkundliche Aspekte mit hineingemischt. Hier muss der Leser sich im Klaren sein, dass das Buch von einer Betroffenen, nicht von einem Ernährungs- und Medizinexperten geschrieben ist. Die manchmal geschlagene Brücke von individuellen Erfahrungen zu allgemeingültigen Aussagen führt eben zu Schlussfolgerungen, deren Gültigkeit bezweifelt werden kann. Aber hier betont die Autorin meist, dass es eben ihre Erfahrungen sind und jeder für sich selbst herausfinden muss, was er verträgt und was nicht.

Einzig der Diagnoseweg der HIT, der bei der Autorin angewendet wurde und im Buch als allgemein gültig beschrieben wird (Blutwerte, Stuhluntersuchung), war damals zwar durchaus gebräuchlich, ist aber heutzutage nicht mehr üblich. Hier wäre ein Hinweis auf aktuelle Ergebnisse und Empfehlungen wünschenswert gewesen.

Fazit: Ein Buch das Betroffenen und Angehörigen von Betroffenen zeigen kann, wie es anderen ergeht. Ein Buch, das Einblicke in das Leben einer Histaminintoleranz-Betroffenen gibt, das sehr persönlich ist und versucht aufzuklären. Auch wenn das nicht immer gelingt, so ist es durchaus eine interessante Urlaubslektüre, aber sollte keinesfalls als Ratgeber bei HIT oder Mastozytose verwendet werden, sondern als – manchmal durchaus zu hinterfragende – Zusatzliteratur.

nmi-Portal Bewertung: 3 von 5 Sternen