Anna-Maria's Blog

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Die ersten 30 Tage ohne Zucker

Von Versuchungen und dem Verlangen nach Süßem

 

Zucker ist eine Droge. Nicht im Sinne von richtig hartem Stoff wie Heroin und Co. (mehr dazu im vorigen Blogeintrag), sondern eher auf der psychischen, emotionalen Ebene. Wir leben in einer verzuckerten Gesellschaft. Wir versüßen uns schöne Ereignisse und Erlebnisse mit Kuchen, Torten und Co. Doch ist Süßes wirklich der sprichwörtliche Zuckerguss des Lebens? Wir denken: Nein.

An Versuchungen mangelte es in den letzten 30 Tagen bestimmt nicht. Zahlreiche Geburtstagsfeiern und Feste stellten unsere Standfestigkeit auf die Probe. Klar, ein Stück Schokoladekuchen oder ein Glas Ananasbowle wären nicht der Untergang unserer derzeit zuckerfreien Welt gewesen. Doch wenn schon ein Selbstversuch, dann richtig. Dabei ist der Verzicht nicht die einzige Herausforderung. Interessant waren auch die Reaktionen von Freunden und Bekannten, neben großem Interesse an unserem Experiment waren auch einige schiefe Blicke und süffisante Bemerkungen dabei.

In den ersten Tagen mag eine weitgehend zuckerfreie Ernährung etwas anstrengend und ungewohnt sein, schließlich haben sich unsere Gehirne und Geschmacksknospen über Jahre an den ständig süßen Geschmack vieler Lebensmittel gewöhnt. Aber: Die Gier nach Zucker lässt nach. Wird der Hunger auf Süßes übermächtig, helfen kleine Tricks. Nach einem Löffel Cashewnussmus oder einer Aprikose ist die Welt meist schon wieder in Ordnung. Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass ein großes Glas Wasser, Yoga oder ein flotter (Hunde-)Spaziergang dabei helfen können, das Verlangen nach Zuckrigem zu lindern. Ebenso die Einsicht, nachsichtig mit sich selbst zu sein und sich vor Augen zu halten, dass der Verzicht auf Zucker ja keine Strafe, sondern etwas Positives ist.

Fazit: Ein „Zuckerentzug“ ist nicht leicht, aber absolut machbar. Schließlich haben wir zwei ehemalige Schleckermäuler es auch geschafft.

Einkaufen und Kochen ohne Zucker

Während Michael ein routinierter Koch ist, verband ich den Herd bis dato mit eher unschönen Erinnerungen an die Haushaltungsschule. Doch bald wurde auch ihr klar: Ohne Kochen geht’s kaum. Denn Fertiggerichte und industriell verarbeitete Lebensmittel sind oft wahre Zuckerbomben und fallen somit aus dem Speiseplan. Und jeden Tag Salat ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Also hieß es: Ran an die Töpfe! Mir war nicht bewusst, wie wenig ich mich bisher mit meiner Ernährung beschäftigt habe. Jetzt muss ich pro Tag in Summe eine Stunde fürs Einkaufen und Kochen einplanen. Mit ein paar Tipps von Michael geht es leichter: Viele Gerichte lassen sich gut vorbereiten und einfrieren, wer mag, kann sich auch einen Wochenplan schreiben und die Mahlzeiten im Voraus planen. So stolpert man in einer stressigen Arbeitswoche nicht (versehentlich) in die Zuckerfalle. Wer sich wie wir an die WHO-Empfehlung von unter 25 Gramm zugesetztem Zucker pro Tag halten möchte, wird bemerken, wie interessant es plötzlich wird, Zutatenlisten und Nährwerttabellen zu lesen. Besonders erschreckt hat uns, wie viel Zucker vermeintlich „gesunde“ Lebensmittel wie Müsli, Joghurt oder Smoothies enthalten. Ganze 19 Gramm Zucker in einem kleinen Becher fettreduziertem Erdbeerjoghurt sind schon ein starkes Stück.

Fazit: Selbst kochen mag zwar vielleicht aufwändiger sein, dafür weiß man aber, was drin ist. Oder eben nicht.

Es tut sich was – körperliche Veränderungen nach 30 Tagen ohne Zucker

Es kommt Bewegung rein. Ohne sonstige Änderungen unseres Lebensstils dürfen wir uns über Veränderungen auf Waage und Maßband freuen. Michael hat 3 Kilo abgenommen, der Bauchumfang ist gleich geblieben. Ich bin 1,8 kg leichter, Hüft- und Taillenumfang sind jeweils 4 cm weniger geworden. Wir beide haben insgesamt das Gefühl, frischer und vitaler zu sein, die üblichen Tiefs und Hochs nach und zwischen den Mahlzeiten sind fast völlig verschwunden. Auch meine häufigen Bauchschmerzen haben sich deutlich gebessert, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich nun regelmäßig esse und mir Zeit zum Kochen und Essen nehme.

Die vielleicht schönste Überraschung: Michael „kann“ wieder mehr Obst essen - und das trotz Fruktoseintoleranz. Mehr dazu gibt’s in wenigen Tagen in einem eigenen Blogeintrag.

Fazit: Zuckerfreie Ernährung zahlt sich aus.

Auf die nächsten 60 Tage ohne Zucker!

Ein Drittel des Experiments wäre also geschafft. Wir sind gespannt, wie die restliche Zeit verläuft. In den kommenden Wochen werden wir euch weiterhin auf dem Laufenden halten – freut euch auf interessante Artikel über Zucker, leckere Rezepte und hilfreiche Tipps. Übrigens: Mit dem Hashtag #zucker90 findet ihr uns auch auf den sozialen Netzwerken. Wir freuen uns, wenn ihr eure Erfahrungen, Fragen oder Anregungen auf Facebook oder Instagram via #zucker90 mit uns und der Community teilt.

 

Endlich wieder Kiwi!
Echt jetzt? Zucker wirkt wie Heroin?
 

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