Fructosin war das erste Medizinprodukt für Betroffene von Fruktosemalabsorption. 2010 reiste ich in die USA und unterzog das damals neue Produkt einem absoluten Härtetest. Es funktionierte einwandfrei. Und zwar so:

Fructosin enthält Xylose-Isomerase. Dieses Enzym versucht, ein "Gleichgewicht" zwischen Fructose und Glucose im Darm herzustellen. Dazu wandelt es Fructose in Glucose um und Glucose in Fructose. Da Glucose aber sehr schnell vom Körper aufgenommen wird, ist im Speisebrei immer ein Fructoseüberschuss vorhanden. Somit baut das Enzym fast die gesamte Fructose im Essensbrei in Glucose um. Praktische Sache.

2013 wurde Fructosin vom Markt genommen. Grund dafür war ein Patentstreit zwischen dem österreichischen Hersteller (Sciotec) und einer deutschen Firma. Als Xylosolv kam es dann einige Zeit später wieder auf den Markt. Nun dürfte der Streit wohl beigelegt sein, denn seit Februar 2018 ist Fructosin wieder zurück. Im bekannten grünen Design und in gewohnter Zusammensetzung.

Wir haben das neue Fructosin unter die Lupe genommen und gleich getestet. Erhältlich ist das Produkt in 10er, 30er und 90er Packungen. Da Fructosin dieselbe Zusammensetzung hat wie 2010, sollte der Test unproblematisch verlaufen. Wie schon erwähnt, damals waren zwei Wochen USA kein Problem. Täglich nahm ich damals Fructosin ein, ohne große Probleme. Und das bei enormen Fructosemengen in amerikanischem Essen. Zurück in die Gegenwart: Ich kaufe mir Obst im Supermarkt und teste das neue Fructosin abermals.

Was darf man damit essen, was nicht?

Das Enzym wandelt Fructose in Glucose um, hat aber keinen Einfluss auf Sorbit oder andere Zuckeralkohole. Daher bringen diese Kapseln unserer Ansicht nach wenig, wenn man Weintrauben oder Äpfel isst, die ja große Sorbitmengen haben*. Sorbitfreie Obstsorten kann man hingegen damit verträglich machen. Ich teste das ganze mit einer Ananas. Keine Reaktion. Auch 72 Stunden später bin ich beschwerdefrei. Ich teste es nochmal, diesmal mit zwei Orangen. Auch hier: keine Probleme.

fructosin 2018 Für wen eignet sich Fructosin?

Fructosin ist für Fruktosemalabsorber gedacht, nicht für Menschen mit hereditärer Fructoseintoleranz. Auch Diabetiker sollten vorsichtig sein, da ja Glucose im Darm „entsteht“. Fructosin ist außerdem nicht vegan. Sonst gibt es laut Hersteller keine Einschränkungen.

Wie nimmt man es ein?

Der Vorteil von Fructosin ist die (mutmaßlich) etwas höhere Dosierung sowie die „kristalline Verarbeitung der Xylose Isomerase in Form 2-wertiger Ionen (Mg2+, Zn2+ & Fe2+)“ (PA Stada, 2018). D.h. man muss nur 1-2 Kapseln vor der Mahlzeit einnehmen. Am besten man nimmt die Kapseln vor dem ersten Bissen der fruktosereichen Mahlzeit ein. Die Kapseln können geöffnet, die Pellets sollen aber nicht zerkaut werden. Wir empfehlen die ungeöffnete Einnahme.

Ist Fructosin für die Dauergabe vorgesehen?

Der Hersteller sagt, Fructosin sei „für die Anwendung über einen längeren Zeitraum“ möglich. Damit ist nicht gemeint, dass man täglich zu jeder Mahlzeit Fructosin einnehmen soll. Der Hersteller empfiehlt, wie alle Fachorganisationen auch, bei Fructosemalabsorption eine Diät einzuhalten und in Ausnahmefällen auf das Enzymprodukt zurückzugreifen. Das kann man aber ganz unbedenklich über einen längeren Zeitraum machen.

fructosin 2018 packungenWo ist Fructosin erhältlich?

Fructosin gibt es in österreichischen Apotheken, in Deutschland wird es derzeit noch nicht vertrieben. Sollte sich etwas ändern, informieren wir euch in unserem nmi-Portal Newsletter (Anmeldung für regsirtierte Benutzer hier) darüber!


*Hier sei angemerkt, dass der Hersteller korrekt angibt, dass Sorbit ohne Fructose keine Probleme bei Fructoseintoleranz macht. Da Fructosin fast die ganze Fruktose „entfernt“, werden diese Obstsorten in der Werbung als verträglich angegeben. Da man in Realsituationen aber nie völlig fruktosefrei isst, man verzehrt mit großer Wahrscheinlichkeit innerhalb weniger Stunden vor oder nach diesen Obstsorten Fruktose, bleibt unsere Empfehlung aufrecht, dass sorbithaltige Obstsorten nur bedingt bzw. nicht durch Fructosin verträglich gemacht werden. Diese Aussage wird durch unzählige Erfahrungsberichte unterstützt.


Hinweis: Für diesen Produktbericht wurde der Redaktion Fructosin von der Firma Stada kostenlos zur Verfügung gestellt.