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#zucker90 - persönliches Fazit

Anna-Marias Fazit

Ich war eine Süchtige. Ohne dass ich es wusste. Jetzt, nach fast 4 Monaten fast ohne zugesetzten Zucker tut mir mein Körper fast schon leid. Mir war einfach nicht bewusst, was ich ihm mit dem jahrelangen übermäßigen Zuckerkonsum angetan hatte. Denn eines habe ich in den vergangenen Wochen gelernt: Ich brauche Zucker nicht. Zucker macht weder glücklich, noch trägt es sonst irgendwie positiv zu meinem Lebensgefühl bei. Im Gegenteil: Ohne Zucker bin ich fitter, wacher, fokussierter und schlanker. Fast 6 kg weniger nur aufgrund des Zuckerverzichts sind ein beachtliches Ergebnis. Wie Michael auch werde ich ganz bestimmt nicht zum Anti-Zucker-Extremisten, zu sehr sind zuckrige Speisen in meinem emotionalen Gedächtnis verankert. Und was wäre die Vorweihnachtszeit ohne Omas Kekse? Oder ein gemütlicher Samstagabend mit Freundinnen ohne einen leckeren Cocktail? Und genau hier liegt das Problem. Wir leben in einer verzuckerten Gesellschaft. Zucker ist kein Dämon, vielleicht aber ein kleines Teufelchen.

Das hat sich konkret verändert:

  • Ich habe 5,8 Kilo abgenommen, mein Hüftumfang hat sich um 6 cm Zentimeter verringert, an der Taille sind es 5 Zentimeter weniger. Auch am restlichen Körper sind die Fettpölsterchen geschrumpft. Besonders im Gesicht.
  • Weniger Zucker = weniger Heißhunger. Die übliche bleierne Müdigkeit nach Mahlzeiten ist verschwunden.
  • Ich habe das Gefühl, dass mein Darm seit dem Experiment weniger Mätzchen macht. Auch meine Allergiesymptome (Histaminintoleranz, Heuschnupfen) sind in Summe deutlich schwächer. Ob das in direkten Zusammenhang mit der Ernährungsumstellung steht, kann ich jedoch nicht mit Sicherheit sagen.
  • Wer auf zugesetzten Zucker verzichten möchte, muss sich im Allgemeinen mehr mit seiner Ernährung auseinandersetzen. Ich persönlich war immer wieder erstaunt, wo und wie viel Zucker sich besonders in industriell verarbeiteten Lebensmitteln versteckt.
  • Ich bin mir sicher, dass sich eine weitgehend zuckerfreie Ernährung nur positiv auf die Lebensqualität auswirken kann.

Michaels Fazit

Anna Maria Michael danach Ich und meine Fettleber führen seit fast 13 Jahren eine Langzeitbeziehung. Ich hatte mich bereits auf 85 kg heruntergehungert, jede Menge Sport gemacht, mit Yoga begonnen, gesund gegessen, alle möglichen Präparate eingenommen und habe mich sogar einer Akupunktur unterzogen. Doch meine Fettleber blieb. Aufgrund meiner Fruktoseintoleranz ging ich immer davon aus, dass mein Zuckerkonsum sehr niedrig sei. Aber natürlich habe ich mit Traubenzucker gesüßt, viele Süßstoffe verwendet und hin und wieder mit Xylosolv/Fructaid gesündigt – auch das heißt: Traubenzucker im Darm. Die von der WHO empfohlenen 25g pro Tag habe ich überschritten. 50-60g waren es bei mir durchschnittlich (hauptsächlich Glukose), und das an einem Tag OHNE Kuchen und Schokolade.

Und nun? Nach meiner Zuckerchallenge?

  • Ja, auch mit Fruktoseintoleranz und entsprechender Erfahrung kann man zu viel Zucker zu sich nehmen. Vor allem Glukose! Ich süße nicht mehr bzw. nur noch ausnahmsweise mit Traubenzucker.
  • Ich habe es geschafft, ohne große Mühe, nur noch 5g Zucker täglich zu konsumieren. Ich bin eigentlich nie auf die 25g gekommen.
  • Das Weglassen von Süßstoffen war vollkommen unproblematisch. Ich habe gestern übrigens alle Süßstoffe in meiner Küche weggeschmissen. Ich brauche sie nicht mehr.
  • Ich fühle mich besser, merke beim Sport deutlich mehr Energie und Ausdauer, habe weniger Hunger und kann zwischen den Mahlzeiten längere Pausen einlegen. Das liegt am Insulinspiegel, der durch die zuckerarme Ernährung konstanter ist.
  • Mein Geschmackssinn hat sich verbessert. Einige haben mir am Anfang des Experimentes gesagt, mir würde nach 3 Monaten zuckerfrei Süßes nicht mehr schmecken. Das ist, soviel kann ich mit Sicherheit sagen, falsch. Süßes schmeckt immer noch super. Was sich aber geändert hat, ist dass ich weniger Süßes intensiver schmecke.
  • Ich kann mehr Obst essen, trotz meine Fruktoseintoleranz. Da ich ja fast 300g versteckte Zucker pro Woche (!) weniger esse, kann ich problemlos Kiwis, Mandarinen, Bananen oder Beeren genießen. Mittlerweile esse ich täglich 1-2 Stück Obst. Fruktosearme und sorbitfreie Sorten kann man auf nmidb.de filtern.
  • Ich habe fast 4kg in drei Monaten abgenommen, ganz ohne Qual und ohne Kalorieneinschränkung!
  • Ich esse hin und wieder ein halbes Kuchenstück, das mit ganz normalem Zucker gesüßt ist. Was jetzt anders ist? Erstens vertrage ich es problemlos und zweitens habe ich danach kein schlechtes Gewissen. Im Gegenteil, ich genieße es und freue mich, es gegessen zu haben, denn
  • Zucker ist nicht böse. Zucker ist lebensnotwendig. Aber zu viel Zucker ist schlecht. Und in unserer industrialisierten und auf Gewinnmaximierung ausgelegten Nahrung ist schnell zu viel Zucker vorhanden. Darauf werde ich künftig achten.
  • Ich trinke meinen Kaffee schwarz. Für mich vor dem Selbstversuch undenkbar. Wirklich. Undenkbar.

Und die Leber? Naja, die ist immer noch fett. Leider. Unser Arzt meinte dazu, das sei normal und würde so bleiben. Dennoch wäre aber diese Art der zuckerarmen Ernährung äußerst wichtig, da ich aufgrund meiner Fettleber sonst Gefahr laufen könnte, Diabetes zu bekommen.

Für mich ist klar: Ich bleibe dabei. Nach nun fast 4 Monaten habe ich diese neue Ernährungsweise verinnerlicht. Und wenn ich mal Bock auf ein Küchlein oder Cola light habe, nun dann esse/trinke ich es. Aber ohne schlechtes Gewissen, sondern mit Freude und Genuss.

Ich möchste auch Alex Osl danken, dass er uns beim #zucker90 Experiment zur Seite stand und uns über seine online Plattform eat4fun gecoacht hat.

Und das sagt Diätologe Alex Osl zu unserem Experiment:

Dieses Experiment hat deutlich gezeigt: Die Dosis macht das Gift. Zucker ist Energiespender und Krankmacher zugleich; daher sollte er meiner Meinung nach zwar nicht verboten, aber sparsam verwendet werden. Meine Empfehlung: 50 Gramm Zucker am Tag nicht überschreiten. Leider verbergen sich hinter „Zucker“ viele Pseudonyme. Es schadet daher nicht, sich die Zutatenliste von Lebensmitteln anzuschauen, auch scheinbar gesunde Lebensmittel wie Fruchtsäfte, Müslis oder Milchprodukte können wahre Zuckerbomben sein. Um dem unsichtbaren Zucker auszuweichen, empfehle ich, möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu kaufen und frisch zu kochen. „Fast Food“ geht auch gesund, eines meiner Lieblingsrezepte sind gefüllte Zucchini mit Schafskäse.

 

Was denkt ihr? Hat sich das Zuckerexperiment gelohnt? Werdet ihr auch mal eine Zeit lang auf Zucker verzichtet oder lebt ihr vielleicht sogar schon zuckerfrei? Schreibt uns dierkt hier in den Kommentaren – wir freuen uns auf regen Austausch mit euch!

 

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Der Darm ist kein Abflussrohr
Das Fazit – 90 Tage ohne Zucker

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