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Neue Laktase-Präparate mit Depotwirkung

Die Firma Sanotact hat mir netterweise ihre neue "Laktase depot 20.000 FCC" für einen Test zur Verfügung gestellt. Für Selbstversuche bin ich immer zu haben und bin gleich in den Supermarkt spaziert, um nach laktosehaltigen Süßigkeiten zu suchen, die ich normalerweise nicht esse(n kann).

Ich streife also durch die Süßwarenabteilung, lese Zutatenlisten - ganz ungewöhnlich -  diesmal auf der Suche nach viel Laktose.  Ich werde bei einer Schokolade fündig und will sie schon kaufen, da sticht mir, so kurz vor Ostern, ein Pappkarton in Eiform ins Auge. Darauf befinden sich mit Milchcreme gefüllte Schokoeier. Mein Herz schlägt schneller. So etwas habe ich noch nie gegessen, aber schon oft gehört, dass es unheimlich lecker sein soll. Also stelle ich die Schokolade wieder ins Regal und kaufe die Schokoeier.

Ich beschließe, den Selbstversuch auf das Wochenende zu verlegen. Sollte etwas schiefgehen, kann ich das heimische Örtchen besetzen und muss nicht die Bürotoilette blockieren.

Samstag - Versuch normale Laktase

Ich freue mich, wie ein Kind aufs Christkind. Endlich kann ich mal so eine Süßigkeit essen. Ich nehme eine "15.000 FCC Laktase direkt" Tablette und esse gleichzeitig mein erstes Milchcreme-Schokoei. Die Ernüchterung folgt bald. Das Ding ist extrem süß. Sowas bin ich nicht mehr gewöhnt. Die Süße ist schon fast zu viel. Wie zu erwarten, passiert die Stunden darauf nichts. Ich vertrage das Ei, dank Laktase, wunderbar.

Sonntag - Versuch Laktase mit Depotwirkung

schokoei 2Ich freue mich schon weniger, weil mir das Ei leider nicht zu zugesagt hat, aber das vom Zucker angesprochene Suchtzentrum meines Hirns übernimmt die Kontrolle und so kann ich das zweite Ei kaum erwarten. Ich frühstücke laktosefrei, nehme danach eine Laktasetablette mit Depotwirkung und warte. Nach dreieinhalb Stunden esse ich das zweite Schokoei. Ich bin nervös. Ich erinnere mich nur zu gut an die vielen Jahre voller Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit, die mir meine damals noch nicht diagnostizierte Laktoseintoleranz beschert hatte. Direkt nach dem Verzehr wird mir kurz heiß. Aber das ist nur die Anspannung. Ich warte. Nichts passiert. Eine Stunde später: nichts. Ich esse zu Mittag, immer noch nichts. Ich vergesse auf den Versuch und erst abends fällt mir ein: Moment, da war ja nichts. Die Depotwirkung hat wohl funktioniert! Coole Sache.

Wie funktioniert das?

Der Selbstversuch ist also geglückt.  Bleibt nur noch die Frage: Wie funktioniert die Depotwirkung? Martin von der Laktasekampagne kommentiert auf unserer Facebookseite

Es funktioniert [...] dadurch,  dass die Laktase nur langsam aus der mikrokristallinen Cellulose freigesetzt wird - und so eben über längere Zeit, solange die Tablette zerfällt."

Das klingt logisch und Martin kennt sich als Laktasehersteller damit aus. Eine andere Userin berichtet, dass auch die Marke tetesept so eine Depot-Laktase am Markt habe. Auch sie beinhaltet, so eine schnelle Google-Suche, mikrokristalline Cellulose und soll ebenfalls 4 Stunden lang wirken. Ich frage bei Sanotact nach. Man bestätigt mir diese Theorie: In der Cellulose ist die Laktase gebunden. Innerhalb von 4 Stunden löst sich die Cellulose immer mehr auf und setzt dabei kontinuierlich die Laktase frei. Das heißt, man setzt die 20.000 FCC nicht auf einmal, sondern eben über einen längeren Zeitraum frei (Was bedeutet FCC? Hier geht's zur Erklärung).

Was bringt's?

laktase depotWofür ist eine also Depotwirkung sinnvoll? Mir fallen spontan Geschäftsessen ein, wo es oft mehrere Gänge gibt und ich nicht jedes Mal wieder eine Tablette nehmen will. Oder Hochzeiten und Familienfeiern an denen man zu Beginn eine Tablette nimmt und beim Kaffee und Kuchen immer noch „save“ ist, sollte man vergessen, was zu nehmen. Ich frage nochmal beim Hersteller der getesteten Depot-Laktase, der Firma Sanotact, nach. Man erklärt mir, dass die "Laktase direkt" für stark laktosehältige Speisen gedacht ist, die "Laktase depot", wenn man über längeren Zeitraum immer wieder laktosehältige Snacks essen will, wie z.B. auf einer Party oder beim Brunch. Da die Lakatse aber in kleineren Dosen abgegeben wird, sollte man in dieser Zeit keine Laktose-Bomben verzehren. Und wenn doch: Dann besser nochmal eine normale Laktase nachnehmen.

Mein Fazit ist klar: Ich werde weiterhin die normale hochdosierte Laktase nehmen, aber wenn ich auf einer Party, Hochzeit oder beim 4-Gänge-Essen bin, greife ich gerne auf die Depot-Variante zurück. Schon alleine deshalb, weil ich dann nicht dauernd Tabletten schlucken muss. Und wenn es zur Nachspeise kommt, dann nehme ich einfach nochmal eine Laktase mit Direktwirkung nach. Besser überdosieren, als die Party am stillen Örtchen verbringen zu müssen.

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© Bilder: Michael Zechmann

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