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Kennzeichnungspflicht von Allergenen in der EU

Seit 13.Dezember 2014 gilt in der gesamten EU eine neue Angabepflicht für Allergie- und Unverträglichkeitsauslöser. Was das bedeutet und was sich ändert, haben wir hier für dich zusammengefasst.

Auf unverpackten und auf verpackten Lebensmitteln sind gemäß Anhang II der EU-Verbraucherinformationsverordnung Stoffe oder Erzeugnisse, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können, zu kennzeichnen. Es sind dies die 14 Stoffe, die die am öftesten für allergische Reaktionen verantwortlich sind. Diese Stoffe mussten schon seit 2005 (bzw. 2007) auf verpackten Lebensmitteln ausgewiesen sein, doch seit 2014 gilt dies auch für unverpackte Lebensmittel.

Das ist neu ab 13. Dezember 2014:

Die wichtigsten Allergene (14 Stoffe bzw. Stoffgruppen, siehe unten) müssen

  • in der Zutatenliste von verpackten Lebensmitteln deutlich hervorgehoben werden ( z.B. durch Schriftart, Unterstreichung, Fettdruck, Großbuchstaben oder Hintergrundfarbe); Bsp: Tiefkühlpizza, Cornflakes, …
  • auch bei unverpackten Lebensmitteln mündlich oder schriftlich angegeben werden (z.B. Brot in Bäckereien, Essen in Restaurants oder die Currywurst bei Imbissen)

In welcher Form das bei unverpackten Lebensmitteln zu geschehen hat, also ob schriftlich oder mündlich, regeln die Mitgliedstaaten in nationalen Vorschriften, was die ganze Sache sehr unübersichtlich macht. Besser wäre hier sicherlich eine EU-weite Regelung gewesen. Im Prinzip sind die Regelungen in Österreich und Deutschland aber sehr ähnlich.

Was sind "lose Waren"?

Die Verordnung bezieht sich auf alle Lebensmittel die gewerblich verkauft werden, auch wenn sie nicht verpackt sind. Das heißt es betrifft nicht nur verpackte Lebensmittel im Supermarkt, sondern auch lose Waren. Das ist das Brötchen beim Bäcker genauso wie die Currywurst an der Imbissbude oder das 5-Gänge Menü im Sternerestaurant.

Was bringt mir das wenn ich eine Allergie oder Intoleranz habe?

Diese neue Verordnung erleichtert fast allen Menschen die an Nahrungsmittel-Allergien und einigen die an Unverträglichkeiten leiden das Leben sehr. Leider wurde aber nur auf die Allergengruppen Rücksicht genommen und auf z.B. Fruktose oder Sorbit vergessen. Auch wäre eine genauere Aufschlüsselung der Allergene (Bsp: „Schalenfrüchte“) besser gewesen. Jemand der auf Mandeln allergisch ist, muss ja nicht zwangsweise auch auf Haselnüsse oder Walnüsse allergisch sein.

Hat man Fructoseintoleranz bringt die Verordnung nichts, hat man aber Laktoseintoleranz ist sie sinnvoll, da Laktose explizit unter das Allergen „Milch“ fällt. Glutensensitive Menschen können ebenfalls davon profitieren, Zöliakiepatienten definitiv nicht!

Kann ich mich auf die Angaben verlassen?

Bei verpackten Lebensmitteln: JA, bei losen Waren: NEIN. Wir empfehlen weiterhin sich nicht auf die Angaben zu verlassen, da das Personal sich auch mal irren kann oder es zu Kreuzkontaminationen kommen kann. Vor allem in der Anfangszeit der Umsetzung der Richtlinie wird es sicherlich zu vielen Problemen, Fehlbeschilderungen oder durch z.B. Unwissen verursachte Falschaussagen kommen. Wir raten daher weiterhin zur Vorsicht! Siehe auch unseren Blogeintrag vom 13.12.2014...

Regelung Deutschland für „lose Waren“

Die Information über Allergene in losen Lebensmitteln kann in mündlicher oder schriftlicher Form gegeben werden. Wenn mündlich, dann muss es eine schriftliche Form auf Nachfrage vorhanden und einsehbar sein. Und die Angabe muss vor dem Kauf gegeben werden. Wenn die Angaben schriftlich gemacht werden, dann muss dies gut sichtbar und deutlich lesbar geschehen:

  • Auf einem Schild auf oder in der Nähe des Lebensmittels
  • In Speise- oder Getränkekarten, auch in Fußnotenform
  • Als gut sichtbaren und gut lesbaren Aushang in der Verkaufsstätte
  • durch leicht zugängliche elektronische Form

Regelung Österreich „lose Waren“

Die Information über Allergene in losen Lebensmitteln kann in mündlicher oder schriftlicher Form gegeben werden. Im Falle der schriftlichen Information ist z.B. auf einem Schild auf dem Lebensmittel, oder in dessen Nähe in einem Aushang, in Speise- oder Getränkekarten, oder in elektronischer Form bereit zu stellen. Hierzu können auch Abkürzungen oder Symbole verwendet werden, wenn diese in unmittelbarer Nähe aufgeschlüsselt werden. Die Information ist nicht erforderlich, wenn sich die Bezeichnung des Lebensmittels eindeutig auf die betreffende Zutat bezieht oder die Präsentation des Lebensmittels auf das Vorhandensein dieser Zutat schließen lässt.

Wird die Allergeninformation durch die Lebensmittelunternehmerin/den Lebensmittelunternehmer mündlich erteilt, ist an einer gut sichtbaren Stelle deutlich und gut lesbar darauf hinzuweisen, z. B. mittels Aushang oder in der Speisekarte etwa mit den Worten „Unsere Verkaufsmitarbeiterinnen/Verkaufs-mitarbeiter informieren Sie über allergene Zutaten in unseren Produkten“. Österreich hat die 14 Stoffe zusätzlich mit Buchstaben gekennzeichnet, um so innerhalb Österreichs einheitlicher zu sein.

Laufende Aktualisierung der Allergeninformation

Der Lebensmittelunternehmer muss die Allergeninformation auf dem aktuellen Stand halten.

Diese 14 Allergene müssen gekennzeichnet werden

Der Buchstabencode (Spalte BC) ist eine nationale Besonderheit in Österreich.

„Allergeninformation gemäß Codex-Empfehlung“ Details zu den Stoffen oder Erzeugnissen, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen (Anhang II der LMIV)
Kurzbezeichnung BC*  
Glutenhaltiges Getreide A Glutenhaltiges Getreide, namentlich Weizen (XX), Roggen, Gerste, Hafer oder Hybridstämme davon, sowie daraus hergestellte Erzeugnisse, ausgenommen
a) Glukosesirupe auf Weizenbasis einschließlich Dextrose1
b) Maltodextrine auf Weizenbasis1
c) Glukosesirupe auf Gerstenbasis;
d) Getreide zur Herstellung von alkoholischen Destillaten einschließlich Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs;
Krebstiere B Krebstiere und daraus gewonnene Erzeugnisse
Ei C Eier von Geflügel und daraus gewonnene Erzeugnisse
Fisch D Fische und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
a) Fischgelatine, die als Trägerstoff für Vitamin- oder Karotinoidzubereitungen verwendet wird;
b) Fischgelatine oder Hausenblase, die als Klärhilfsmittel in Bier und Wein verwendet wird
Erdnuss E Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse
Soja F Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
a) vollständig raffiniertes Sojabohnenöl und -fett1
b) natürliche gemischte Tocopherole (E 306), natürliches D-alpha-Tocopherol, natürliches D-alpha-Tocopherolacetat, natürliches D-alpha-Tocopherolsukzinat aus Sojabohnenquellen;
c) aus pflanzlichen Ölen gewonnene Phytosterine und Phytosterinester aus Sojabohnenquellen;
d) aus Pflanzenölsterinen gewonnene Phytostanolester aus Sojabohnenquellen
Milch oder Laktose G Milch von Säugetieren wie Kuh, Schaf, Ziege, Pferd und Esel und daraus gewonnene Erzeugnisse (einschließlich Laktose), außer
a) Molke zur Herstellung von alkoholischen Destillaten einschließlich Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs;
b) Lactit;
Schalenfrüchte H Schalenfrüchte, namentlich Mandeln (Amygdalus communis L.), Haselnüsse (Corylus avellana), Walnüsse (Juglans regia), Kaschunüsse (Anacardium occidentale), Pecannüsse (Carya illinoiesis (Wangenh.) K. Koch), Paranüsse (Bertholletia excelsa), Pistazien (Pistacia vera) , Macadamia- oder Queenslandnüsse (Macadamia ternifolia) sowie daraus gewonnene Erzeugnisse, außer Nüssen zur Herstellung von alkoholischen Destillaten einschließlich Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs;
Sellerie L Sellerie und daraus gewonnene Erzeugnisse
Senf M Senf und daraus gewonnene Erzeugnisse
Sesam N Sesamsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse
Sulfite O Schwefeldioxid und Sulfite in Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l als insgesamt vorhandenes SO2, die für verzehrfertige oder gemäß den Anweisungen des Herstellers in den ursprünglichen Zustand zurückgeführte Erzeugnisse zu berechnen sind
Lupinen P Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse
Weichtiere R Weichtiere wie z. B. Muscheln, Austern, Schnecken und daraus gewonnene Erzeugnisse

1) und daraus gewonnene Erzeugnisse, soweit das Verfahren, das sie durchlaufen haben, die Allergenität, die von der EFSA für das entsprechende Erzeugnis ermittelt wurde, aus dem sie gewonnen wurden, wahrscheinlich nicht erhöht. (Zusatz österreich: Siehe dazu nähere Erläuterungen im nationalen Fragen- und Antworten-Katalog des BMG)
*) nur in Verbindung mit der entsprechenden Legende zulässig.
**) in dieser Form erläutert im nationalen Fragen und Antworten-Katalog des BMG.
(XX) in Österreich steht hier in Klammer: alle Weizenarten und Weizenabkömmlinge, die in Österreich** zusätzlich zu den genannten Namen Dinkel und Khorasan Weizen weiters als Kamut, Emmer, Einkorn und Grünkern im Handel erhältlich sind

Einige FAQ

Ist eine Angabe nur auf Nachfrage möglich?

Nein. Wenn eines angeführten Allergene in der Herstellung von nicht vorverpackten Lebensmitteln verwendet worden ist, ist die Bereitstellung dieser Informationen verpflichtend. Diese Infos müssen verfügbar und leicht zugänglich sein. Daher ist es nicht möglich, ausschließlich auf Nachfrage des Verbrauchers Informationen über die Allergene zur Verfügung zu stellen.

Darf für die Angabe der Allergeninformationen Geld verlangt werden?

Nein, das ist klar ausgeschlossen. Für den Endverbraucher dürfen keine Mehrkosten entstehen.

Muss ich selbstgekochtes Essen, das ich auf eine Party mitnehme gekennzeichnet sein?

Nein. Die Regelung gilt nur, wenn man gewerblich Essen anbietet, sie gilt nicht im privaten Rahmen.

Bei welchen Intoleranzen ist die Verordnung sinnvoll?

Das haben wir in diesem Blogeintrag zusammengefasst...

 

 

Quellen:

  •  Amtsblatt der Europäischen Union, EU-Verordnung Nr. 1169/2011
  • Verordnung 566/14, 20.11.2014 (Deutschland)
  • BMfG, Empfehlung zur schriftlichen Allergeninformation bei nicht vorverpackten Lebensmitteln („offene Waren“), Veröffentlicht mit Geschäftszahl: BMG-75210/0029-II/B/13/2014 vom 7.10.2014
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1169/2011 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 25. Oktober 2011

 

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