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Symptome der Zöliakie

Die klassischen Symptome einer Zöliakie sind chronische Durchfälle, zum Teil mit massigen und durch die gestörte Fettverdauung auch fettglänzenden, klebrigen Stühlen; Aber auch Muskel- und Gelenkschmerzen, Blähungen, Vitamin- und Mineralsalzmangel, Blutarmut, Müdigkeit, Leistungsminderung, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Erbrechen. Bei einigen Patienten treten juckende Bläschen auf der Haut auf.

Bei Kindern kommt es häufig zu Wachstums- und Gedeihstörungen.

Seitdem die Untersuchung von zöliakiespezifischen Antikörpern im Blut in die Diagnostik eingeführt wurde, hat sich die Erkennung des Krankheitsbildes grundsätzlich gewandelt. Eine exakte Diagnose kann aber nur durch eine schmerzfreie Dünndarmbiopsie gestellt werden! Schnelltests für Zuhause sind nicht zu empfehlen!

Als weitere Folge der unbehandelten (!) Zöliakie können auch Unfruchtbarkeit, Potenzstörungen, Schizophrenie oder Aphthen auftreten. Das passiert jedoch sehr selten!

Klinische Formen der Zöliakie

iStock_bauchweh2Es gibt verschiedene klinische Formen der Zöliakie, die hier nur kurz umrissen werden sollen:

Typische, symptomatische Zöliakie

Diese Form entwickelt sich meistens nur wenige Monate nach dem Abstillen. Symptome sind Wachstumsstörungen, Durchfälle, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Blähbauch.

Atypische Zöliakie

Diese Form tritt in den ersten Lebensjahren auf, oft im Volksschulalter. Symptome sind Anämie (durch Eisenmangel), Bauchschmerzen, Wachstumsstörungen oder auch Dermatitis Herpetiformis Duhring (eine Erkrankung der Haut mit Bläschen, Rötungen, Ekzemen, Quaddeln und starkem, brennendem Juckreiz).

Silente (versteckte, stumme) Zöliakie

Die silente Zöliakie wird fast immer zufällig entdeckt, da die Patienten eigentlich keine Symptome aufweisen. In serologischen Untersuchungen wird diese Form zufällig diagnostiziert. Nach Beginn einer glutenfreien Ernährung zeigt sich dann aber doch eine deutliche Besserung des Allgemeinzustandes, insbesondere der körperlichen und der geistigen Leistungsfähigkeit, d.h. die Symptome sind eingentlich "versteckt" gewesen und wurden vom Patienten nicht als Symptome wahrgenommen.

Latente Zöliakie

Die latente Zöliakie besteht dann, wenn im Bluttest Zöliakie festgestellt wurde, aber die Dünndarmbiopsie kein Ergebnis liefert. Bei Patienten mit latenter Zöliakie, können sich durch den Verzehr von Gluten Schäden im Dünndarm bilden. Aber durch eine glutenfreie Ernährung, können sich diese Schäden wieder zurückbilden.

Zöliakie und andere Krankheiten

Als Autoimmunerkrankung ist die Zöliakie mit anderen Erkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigene Gewebe richtet, vergesellschaftet. Die häufigste Begleiterkrankung einer Zöliakie ist die "Dermatitis herpetiformis Duhring", eine Hautkrankheit bei der der Körper Antikörper gegen Strukturen in der Haut bildet. Diese tritt bei ca 10%(2) der erwachsenen Zöliakiepatienten auf. Ebenfalls recht häufig mit 3%(2) sind Schilddrüsenerkrankungen (Hashimoto-Thyreoiditis) und Diabetes mellitus mit 4%(2). Hier werden Antikörper gegen insulinproduzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse gebildet.

Unterschied zur Glutenunverträglichkeit / Glutenintoleranz

Die Unterscheidung zur Glutenunverträglichkeit (Glutenintoleranz) liegt darin, dass die Intoleranz eine symptomschwache Form, bei der ein striktes Meiden von Gluten nicht notwendig ist, darstellt. Außerdem kann die Unverträglichkeit als Folgeerscheinung auftreten und ist oft auch wieder reversiebel. Bei der Glutenintoleranz reagiert der Körper auf mehr Getreideeiweisse, als bei der Zöliakie.

Quellen:
1) Keller, R.: Klinische Symptomatik: Zöliakie, ein Eisberg. In: Monatsschrift Kinderheilkunde 2003; 151:706-714

2) Vogelsang,H.; Edlinger, E.; Terler, E.; "Zöliakie - Erkrankung des Dünndarms mit hoher Dunkelziffer", in Arzt+Patient, Oktober 2009

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cocoas Avatar
cocoa antwortete auf das Thema: #8787 1 Jahr 1 Monat her
Macht es Sinn bei Zö, FI, LI, Hit ein Fodmap Diät zu machen?

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