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Pilze sammeln, kochen und vertragen Drucken E-Mail

Das richtige Sammeln

Steinpilze / (c) NMI-Portal
Steinpilze (Boletus edulis)
Zur Ausrüstung eines guten Pilzesammlers gehören ein klappbares Messer (es versteht sich von selbst dass man niemals mit einem aufgeklappten Messer herumspringt) und ein Jutesack oder Strohkorb. Pilze sollten niemals in Plastiktüten gegeben werden, da sie hier sehr schnell verderben.

Am besten dreht man Pilze vorsichtig aus dem Boden, indem man sie mit den Fingern am Stamm hält (Bsp: Pfifferlinge), oder man schneidet sie direkt über dem Boden ab (Bsp: Steinpilz). Man sollte den Pilz dann an Ort und Stelle putzen und die entstandene Bodenöffnung vorsichtig verschließen. Man sollte immer nur feste Pilzkörper mitnehmen, sind sie schon weich so sollte man sie im Wald lassen.

Natürlich sollte man nur die Pilze sammeln, die man gut kennt. Ist man sich nicht sicher, lässt man den Pilz besser stehen.

Wichtig ist auch: Immer den Pilz bestimmen bevor man ihn aus dem Boden nimmt. Pilze die man nicht mitnimmt lässt man stehen und zertritt sie nicht oder wirft sie wieder weg!

In Kürze:

  • Schone den Waldboden, verschließe die Bodendecke nach dem Pilzsammeln wieder, damit das Myzel (Pilzgeflecht) nicht austrocknet
  • Der Wald ist ein Ruhegebiet, also kein Schreien oder toben
  • Zerstöre keine Pflanzen oder Ameisenhaufen
  • Unbekannte Pilze stehen lassen und nicht zertreten
  • Keine Abfälle im Wald zurück lassen

 

Die Zubereitung

Pilze sollten immer im Keller oder Kühlschrank, ungewaschen und nie länger als 24 Stunden aufbewahrt werden. Man sollte Pilze niemals roh essen! Generell sollte man Speisepilze immer mindestens 15min kochen. Nach der Zubereitung sind Pilzgerichte meist noch 24h im Kühlschrank haltbar, man sollte sie aber auf keinen Fall einfrieren! Außerdem sollte man immer eine Geruchsprobe machen. Ist der Geruch nur leicht verändert sollte man das Gericht sofort wegwerfen.

 

Die Haltbarmachung

Man kann Pilze einfrieren oder trocknen.

getrocknete Pilze
getrocknete Pilze (Photo: Wikipedia André Karwath)
Beim Einfrieren scheiden sich die Geister, denn man kann die Pilze entweder direkt einfrieren oder sie erst blanchieren. Beide Varianten sind möglich, man sollte am besten ausprobieren was einem selbst besser zusagt. Pfifferlinge neigen übrigens dazu etwas herb im Geschmack zu werden, wenn man sie ohne blanchieren einfriert.

Haltbar sind die tiefgefrorenen Pilze ca. 6 Monate.

Das Trocknen funktioniert relativ einfach. Man schneidet die geputzten Pilze in dünne Scheiben und legt sie auf einem sauberen Tuch an einen warmen trockenen Ort. Jeden Tag dreht man die Scheiben um, damit sie nicht festkleben. Nach einigen Tagen sind die Pilzscheiben trocken und man kann sie in einem Stoffsack an einem trockenen Ort aufbewahren. Hierzu eignen sich besonders Steinpilze (nur kleine, feste, wurmlose!).

 

Pilzgifte

Es sind leider einige Praktiken und Ratschläge in Umlauf wie Giftpilze in der Mahlzeit erkannt werden können. Alle diese Ratschläge sind Unsinn!

Wenn ein Giftpilz mitgekocht wird laufen KEINE Silberlöffel dunkel an, verfärbt sich die mit gekochte Zwiebel NICHT violett und beginnt die Mahlzeit NICHT übel zu riechen!

Manche Pilzgifte wirken schnell, andere benötigen bis zu 24 Stunden um sich bemerkbar zu machen! Auf jeden Fall muss man einen Arzt aufsuchen falls es zu Übelkeit oder Erbrechen kommt. Am besten nimmt man Überreste vom Pilz-Putzen mit, damit der Arzt den Giftpilz identifizieren kann.

Man sollte immer nur die Pilze sammeln die man sicher kennt. Im Zweifel stehen lassen oder am zuständigen Marktamt/Forstamt überprüfen lassen!

Sonderfall Faltentintling: Bei diesem Pilz ist besondere Vorsicht geboten, da er nur in Verbindung mit Alkohol seine Giftwirkung entfaltet. Bis 2 Tage (!) nach dem Verzehr darf nicht die kleinste Menge Alkohol konsumiert werden!

 

Die Verträglichkeit

Pilze auf einem Schneidbrett
Pfifferlinge und Steinpilz (Photo: nmi-Portal)
Frische Pilze sind im Allgemeinen bei Fruktosemalabsorption und Histaminintoleranz sehr gut verträglich. Sie beinhalten niemals Laktose oder Gluten. Auf Grund des großflächigen Myzels nehmen Pilze sehr viele Schadstoffe auf. Die Konzentrationen in den Pilzkörpern sind aber meist so gering, dass es zu keiner gesundheitsschädlichen Wirkung kommt. Im Gegenteil: Der hohe Gehalt an Mineralstoffen macht Pilze zu einer sehr gesunden Nahrung.

 

Champignon (Kulturchampignon)

Fruktose: 215 mg/100g
Glucose: 205mg/100g
Mannit: 1150mg/100g
Histidin: 55mg/100g

Pfifferling, Eierschwamm, Rehling (Cantharellus cibarius)

Fruktose: 70mg/100g
Glucose: 95mg/100g
Mannit: 390mg/100g
Histidin: 30mg/100g

Steinpilz, Herrenpilz (Boletus edulis)

Fruktose: 260mg/100g
Glucose: 270mg/100g
Histidin: 220mg/100g

 

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» 1 Kommentar
1"Schimmelpilzallergie" von Kompass am Samstag, 26 Januar 2008 18:47
Hallo, ich fühle mich unsicher. Einerseits habe ich eine Histaminose, andererseits auch eine Schimmelpilz-Allergie Candida, Aspergillus. 
Kann ich dann Pilze essen? Nüsse?  
Danke für eine Antwort
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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 20 August 2006 )
 
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