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SchwachSuper 

Herbst 2012: Laut Hersteller wird das Produkt nicht mehr vertrieben!

Im folgenden der damalige Artikel zum Nachlesen


Laktase BC– Selbsttest eines neuen Produktes

Laktoseintoleranz äußert sich bei 100 Menschen auf 100 verschiedene Arten. Bei mir ist es so, dass ich auf sehr kleine Mengen stark reagiere. Nach nur einem Löffel Sauerrahm, wird mir nach 10 Minuten übel, nach spätestens einer Stunde beginnen Bauchkrämpfe und Durchfall. Dachte ich mir übrigens auch nicht, dass ich mal öffentlich über meine Verdauung schreibe…  Von wegen Sicherheit medizinischer Daten im Netz…

Wenn ich auswärts Essen gehe, oder wenn ich auf Urlaub fahre, dann nehme ich Laktase ein. Das funktioniert einwandfrei bei mir. Die Marke Leben’s kam vor einigen Wochen auf mich zu und bat mich, ihr neues Produkt zu testen: Laktase BC. Der Clou daran: Man nimmt täglich morgens eine Tablette und kann dann jederzeit Milchzucker essen. Ganz ohne Probleme.

Ich hatte von solchen Produkten schon in den USA gehört, sie aber nie probiert. Also habe ich zugesagt und stelle mich – wie so oft – freiwillig als Laborratte zur Verfügung.

Die Theorie

laktaseBC_lieferungDie Testpakete kamen an und ich war sehr gespannt. Ich fasse mal kurz zusammen, wie das Ganze funktioniert: Die Kapseln enthalten 3000FCC Lactase sowie die probiotische Bakterienkultur GanedenBC30TM (Bacillus coagulans, GBI-30, 6089). Das ist ein Bakterium, welches für alle möglichen Anwendungen im medizinischen und veterinärmedizinischen Bereich zugelassen ist. In der Kapsel sind Sporen davon enthalten, die im Magen aktiviert werden und dann im Dünndarm aktiv werden sollen. Dort bauen sie den Milchzucker zu Milchsäure ab, der dann vom Körper verstoffwechselt werden kann.

Am Anfang nimmt man 2 Kapseln zu jeder Mahlzeit ein. Und das für 2 Wochen. Sinn davon soll sein, dass man diese Bakterien im eigenen Darm ansiedelt. Denn sie sollen dann den Milchzucker, statt der fehlenden körpereigenen Laktase, aufspalten. Nach diesen 2 Wochen soll man dann eine Tablette in der Früh nehmen, das müsste dann ausreichen, dass man (kleine!) Mengen Laktose gut verträgt. Zu großen Mengen müsste man weiterhin Laktasepräparate nehmen. So weit so gut. Theorie ist Theorie, doch wie sieht’s in der Praxis aus?

Die Praxis

Es ist klar, dass ich alleine nicht als Studie gelte! Ich beschreibe hier nur meine Erfahrungen damit. 99 andere Menschen, können 99 andere Erfahrungen machen!
Die ersten 2 Woche waren der Hit für mich. Da man sowieso zu jeder Mahlzeit Laktase nehmen muss (6.000FCC), ist es nicht zu 100% notwendig auf laktosefreie Ernährung zu achten. Klar, man soll keine Sahnecreme essen, aber mal ein kleiner Brocken Schokolade nach dem Essen? Wieso nicht… ein fantastisches Gefühl! Am Ende der zwei Wochen bemerkte ich aber, dass mein Stuhl sehr komisch zu riechen begann. Irgendwie wie altes Joghurt… aber gut. Damit konnte ich leben. Nach 2 Wochen begann ich dann, nur 1 Tablette in der Früh zu essen. Und ich habe mich unglaublich gefreut! Den ganzen Tag keine Sorgen mehr machen wo Laktose versteckt sein könnte. Die ersten Tage waren der Wahnsinn! Ich hatte schon vergessen wie schön es sein kann, sich keine Sorgen machen zu müssen. Doch bereits nach wenigen Tagen hat sich das gerächt. Mir war nach leicht laktosehältigen Speisen schnell übel. Ich hatte zwar keinen Durchfall, aber mir ging es nicht gut. Nach einer Woche musste ich feststellen, dass der alte Zustand wieder da war: Auch kleine Mengen Laktose vertrug ich nicht mehr. Dafür roch der normale Stuhl wieder „normal“. Vermutlich haben sich die Bakterien in meinem Darm von anderen Bakterien vertreiben lassen… Ich habe dann aufgehört das Produkt zu nehmen, und verwende den Rest nur noch sporadisch, wenn ich mal Laktase brauche. So wie früher auch.

Das Fazit

Die Idee ist gut, das Produkt wirkt. Aber es wird wohl auch darauf ankommen, wer das Produkt nimmt. So spielen sicher viele Faktoren eine Rolle: Wie viel Laktase wird vom Körper selbst hergestellt? Welche Art von Speisen wird gegessen? Ist die Darmflora durch die Laktoseintoleranz geschädigt und die Beschwerden werden hierdurch verursacht? Welche anderen Bakterien hat man im Darm?
Ich bin mir sicher, dass es viele Leute gibt, denen das Produkt helfen kann. Empfehlen kann ich allemal, es einfach zu probieren. Wenn’s nicht klappt, so wie bei mir, dann lässt man es halt wieder.  Und wenn’s klappt, na dann kann man sich glücklich schätzen!

Für alle Interessierten: hier geht's zur Webseite von Leben's

Gesendet: 1 Jahr, 3 Monate her von dorispaas #4365
Liebe Beccii,

es mag sinnvoll sein, Probiotika zu zu beliebigen Zeiten (beispielsweise 20 Min nach einer Mahlzeit) einzunehmen - bei der enthaltenen Laktase ist es das aber mit Sicherheit nicht.

Laktase muss immer direkt vor einer laktosehaltigen Mahlzeit eingenommen werden, sonst nützt sie gar nichts. Das war es, was ich ausdrücken wollte.

Ansonsten hast du Recht: man esse so wenig Laktose wie möglich und ein Laktase-Präparat nur im Notfall.

Probiotika jedoch sollten - wenn überhaupt - schon regelmäßig eingenommen werden, um die Darmflora auszubauen.

Liebe Grüße
Doris
Gesendet: 1 Jahr, 3 Monate her von Beccii #4266
Liebe dorispaas,

"Das zweite Problem ist die Laktase, die bei der täglichen, morgendlichen Einnahme im Zweifelsfalle "für die Katz" ist. Denn wenn ich nicht gerade gleichzeitig meine erste Laktose-Portion verzehre, dann bewirkt die morgens eingenommene Laktase überhaupt nichts."

Das Präparat muss nicht jeden morgen eingenommen werden, sondern nach Gebrauch. Man kann sie 20 minuten vor dem gebrauch oder 20 min nach einer Speise einnehmen.
Ich nehme dieses Präparat jetzt schon ein halbes Jahr lang & komme meist knapp 1 1/2 Monate mit einer Packung á 30 st. aus. Dazu muss ich sagen das ich sehr Laktosearm lebe & das sollte man als Laktoseintolerante Person eigentlich auch tun.

Präparate/Medikamente sollte mal egal, was man hat, vermeiden.
Es gibt schlimmeres wie eine Milchunverträglichkeit

mit freundlichen Grüßen, Beccii
Gesendet: 1 Jahr, 5 Monate her von dorispaas #4087
Das ist ein interessanter Beitrag! Und das Ergebnis hätte ich auch so erwartet.

Das Prinzip eines Kombinationspräparates haben schon mehrere Firmen (letztendlich erfolglos) versucht - ich habe ein solches Präparat schon vor Jahren getestet (Dairy Care aus den USA).

Ja, die Vorstellung, mit einer morgendlichen "Pille" alle Sorgen los zu sein, hat was für sich - kann aber so nicht wirklich funktionieren.

Problem Nummer eins: Es ist zwar grundsätzlich immer gut, die Darmflora "aufzupeppen" und mit Milchsäurebakterien anzureichern, eben weil diese in der Lage sind, die Laktose-Spaltung zu unterstützen. Allerdings wirklich nur zu unterstützen, nicht zu übernehmen, denn Milchzucker in größeren Mengen wird auch die beste Darmflora nicht verarbeiten können.

Das zweite Problem ist die Laktase, die bei der täglichen, morgendlichen Einnahme im Zweifelsfalle "für die Katz" ist. Denn wenn ich nicht gerade gleichzeitig meine erste Laktose-Portion verzehre, dann bewirkt die morgens eingenommene Laktase überhaupt nichts.

Es führt also kein Weg um eine Mehrgleisigkeit herum: die Darmflora ggf. mit einem vernünftigen Probiotikum pflegen (alternativ z.B. Kanne Brottrunk oder Kombucha oder Ähnliches) und - wenn es sich nicht vermeiden lässt - die Einnahme eines angemessen dosierten Laktase-Präparates zur richtigen Zeit (sprich vor einer laktosehaltigen Mahlzeit).

Aber die Hauptmaßnahme bei Laktose-Intoleranz ist natürlich immer das Meiden von Laktose. Erst alle drei Maßnahmen gemeinsam (weitestgehendes Meiden von Laktose, Plege der Darmflora und im Notfall ein hochdosiertes Laktase-Präparat) bewirken eine echte Beschwerdefreiheit und - vor allem - eine dauerhafte Darmgesundheit.
Gesendet: 1 Jahr, 5 Monate her von Deern #4001
ach wenns doch sowas auch für FI gäbe...

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