Behandlung der Laktoseintoleranz

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Auf Laktose verzichten

Der wichtigste Punkt bei der Behandlung der Laktoseintoleranz ist selbstverständlich die Vermeidung von laktosehältigen (milchzuckerhältigen) Produkten. Welche Produkte wieviel Laktose beinhalten, hängt von der Art der Herstellung ab (Siehe unseren Artikel "Wo ist Laktose enthalten?" oder Tabellen in Downloadbereich).

Karenzphase

In den ersten 3-4 Wochen nach der Diagnose sollte gänzlich auf Laktose (Milchzucker, nicht Milcheiweiß!) verzichtet werden, um dem Darm eine Regenerierungsphase zu gönnen. Danach kann langsam mit der Einnahme von kleinen Mengen begonnen werden. In dieser Zeit sollte man generell schonend Essen, das heißt nicht braten, sondern dünsten und leicht verdauliches Essen schwer verdaulichem Essen vorziehen. Im Prinzip eine Art Schonkost ähnlich wie nach einer Magen-Darm-Grippe. Nach dieser Zeit kann man wieder mit "normaler" - aber laktosefreier - Ernährung beginnen. Einige Betroffene vertragen kleine Mengen (ca. 1g) an Laktose noch gut, während andere fast keine Laktose vertragen. Das muss jeder für sich selbst austesten.

Ernährung mit Laktoseintoleranz

Es ist vor allem auf versteckte Laktose in Fertigprodukten, Brot und Wurstwaren zu achten! Am besten stimmt man diese Wochen mit einem qualifizierten Diätologen oder Ernährungsmediziner ab!

Lactase-Tabletten: Das fehlende Enzym einnehmen

Das milchzuckerspaltende Enzym Lactase kann in Tabletten-, Lösungs- oder Pulverform gekauft und zum Essen eingenommen werden. Die Präparate sind meist relativ kostenintensiv (keine Rückerstattung bei Krankenkasse!), ermöglichen aber einen unbeschwerten Besuch im Restaurant oder die Annahme einer Einladung zum Essen.

Es ist jedoch Vorsicht geboten wenn man, wie 75% der Patienten mit Laktoseintoleranz, auch an einer Fructosemalabsorption leidet, denn einigen wenigen Lactase-Präparaten werden noch Zuckeralkohole wie zum Beispiel Sorbit oder gar Fruktose beigemengt, die dann zu einer Verschlechterung der Fruktosemalabsorption führen! Im Jahr 2008 ist ein Umdenken bei den Pharmafirmen festzustellen gewesen und fast alle (Stand 2012)  Präparate in Europa werden mittlerweile ohne Zuckeralkohole oder Fruktose angeboten.

Lies immer in der Apotheke die Inhaltsangaben des Lactasepräparates!

Was bedeutet "FCC pro Lactase Kapsel"?

Die Angabe der Laktasemenge erfolgt in einer dem normalen Verbraucher unbekannten Einheit: FCC. Diese Abkürzung steht für „Food Chemical Codex“. Das ist ein Maß für die Reinheit von lebensmittelchemischen Substanzen. Der FCC wurde Ende der 1950er-Jahre in den USA entwickelt und 1966 erstmals publiziert(1). 1g Laktose wird (unter Laborbedingungen!) von ca. 200 FCC Laktase abgebaut. Im Körper stimmt das aber nicht ganz, da das saure Milieu im Magen die Laktase langsam aber sicher deaktiviert. Dies kann man kompensieren, indem man mehr als im Labor nötig wäre zuführt. Es wird angenommen, dass man etwa die fünffache Menge an Laktase zuführen sollte, also etwa 1000 FCC für 1g Milchzucker. Zu einer durchschnittlichen Mahlzeit nimmt man also etwa 5.000 - 12.000 FCC zu sich. Abhängig von der Laktosemenge.
Diese Laktase-Präparate kann man übrigens auch über das Essen streuen, sofern die Speise unter 60°C hat. Denn bei über 60°C wird das Enzym deaktiviert. Empfohlen wird diese Methode aber nicht. Die Tabletten sollten entsprechend der Anweisungen auf der Verpackung eingenommen werden.

Neutrale Laktase

Diese Bezeichnung wurde von einem österreichischen Hersteller eingeführt und unter dem Handelsnamen "Lactosolv" vertrieben. Diese neutrale Laktase arbeitet laut Herstellerangaben am besten bei einem neutralen pH-Wert wie er im Dünndarm vorkommt. Da sie aber vom sauren Magensaft deaktiviert werden würde, muss sie in säurestabile Hüllen eingearbeitet werden. Diese „überleben“ den Magen und die Laktase wird dann erst im Dünndarm aktiv. Dort wo auch die natürliche Laktase arbeitet. Laut Hersteller ist der Vorteil, dass man weniger vom Präparat einnehmen muss und die Laktase länger im Speisebrei wirken kann. Diese Präparate sollte man auf keinen Fall über das Essen streuen!

Laktase ist nicht schädlich, das heißt eine Überdosierung ist nicht möglich. Besser ist es also, man nimmt zu viel, als zu wenig davon ein!

Achtung: Eisenpräparate sollten mindestens drei Stunden zeitversetzt zur Einnahme von Laktase erfolgen. Andere Wechselwirkungen sind bisher nicht bekannt.

Welche Laktasepräparate gibt es?

Wir haben einen Produkttest mit einigen Laktasepräparaten gemacht...

Die Laktoseintoleranz ist keine Krankheit!

Auch ein Verstoß gegen die Diät ist nicht schädlich (nur unangenehm). Da Milchprodukte jedoch in unseren Breiten ein wichtiger Kalziumlieferant sind, sollte man sich von seinem Arzt oder Diätologen über alternative Kalziumquellen (Bsp: Brausetabletten) informieren lassen. Auch hier gilt: Zutatenliste genau durchlesen! Durch das reiche Angebot an laktosefreien Milchprodukten ist mittlerweile auch hier keine große Problematik zu sehen.

Folgeerkrankungen

Die Laktoseintoleranz selbst stellt keine direkte Gefahr für die Gesundheit dar. Wenn sie erkannt wird und man sich entsprechend ernährt gibt es normalerweise keine Folgeschäden. Langzeitfolgen sind nur zu erwarten, wenn eine bewusste Vermeidung von Milchprodukten über einen langen Zeitraum erfolgt. Ein erhöhtes Risiko von Osteoporose wird hier zum Beispiel beschrieben, ebenso ein Vitamin D Mangel. Anders ist dies bei kleinen Kindern. Hier kann Dauer-Durchfall zu einer Dehydrierung führen!

Weiterführende Links

Quellen:
nmi
(1) www.usp.org
(2) Beipackzettel Sanvita lactobene 12.000FCC Kapseln
(3) eBook "Laktoseintoleranz kompakt", 8.12.2012, NMI Ratgeber, Kindle Edition

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 12. Dezember 2012 18:01

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