Symptome der Histaminunverträglichkeit - Histaminintoleranz

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Wer ist von Histaminintoleranz betroffen?

Knapp 1-3% der mitteleuropäischen Bevölkerung sind von Histaminintoleranz (HIT) betroffen, davon sind etwa 80% Frauen mittleren Alters.

Symptome der Histaminintoleranz - wann treten sie auf?

Die Symptome der Histaminintoleranz sind sehr vielfältig und teilweise schwer von Symptomen anderer, häufigerer Krankheiten zu unterscheiden. Sie machen sich meist einige Minuten bis wenige Stunden nach dem Konsum histaminreicher beziehungsweise histaminfreisetzender oder DAO-blockierender Nahrungsmittel bemerkbar. Nach einer unserer Umfragen an 141 Betroffenen, treten bei 41% der Betroffenen die Symptome bereits wenige Minuten, bei 47% wenige Stunden nach dem Verzehr der entsprechenden Nahrungsmittel auf. Nur etwa 12% berichten von Symptomen an darauffolgenden Tagen.

Symptome-HIT zeitlich

 

Die Schwierigkeit in der Diagnostik ist die Vielfältigkeit der Symptome. Nach unserer Studie gibt es gewisse Symptomgruppen. Das sind Herz-Kreislaufsystem, Haut / Schleimhäute und Verdauung. Oft treten mehrere Symptome einer dieser Kategorien gehäuft auf. Oft treten einige Symptome gemeinsam auf, es können sich aber auch nur einzelne Symptome bemerkbar machen. Dies ist individuell unterschiedlich und auch abhängig von den Nahrungsmitteln oder zusätzlichen Intoleranzen!

Symptome der Histaminintoleranz

Bei der Histaminintoleranz können mehrere Bereiche betroffen sein:

  • Herz-Kreislauf-System
  • Haut
  • Gastrointestinaltrakt (Verdauungstrakt)
  • Genitaltrakt*

*Die Symptomgruppe "Genitaltrakt" konnte in unserer Umfrage nicht bestätigt werden, da keine einzige der Befragten diese Symptomgruppe erwähnte. Jarisch beschreibt in seinem Buch, dass ein Zusammenhang zwischen krampfartigen Regelschmerzen und Histamin-Intoleranz plausibel sein könnte.

In unserer Mini-Studie mit 141 Teilnehmern, haben wir folgende Verteilung von Symptomen gefunden: Am häufigsten waren Kopfschmerzen (38%) und Flush (36%; Hautrötungen im Gesichts- und Halsbereich), gefolgt von Bauchschmerzen (31%), Durchfall (26%), Nasenrinnen bzw. Nasenschleimhautschwellung (19%). Blähungen und Übelkeit verzeichneten wir jeweils mit etwa 17%, gefolgt von Herzrasen mit nur noch etwa 12%. Weniger oft, aber immernoch in mehr als 5% der Fälle, kommen Ausschlag, juckende Haut, Müdigkeit, Schwindel und Kreislaufprobleme vor.

symptome histaminintoleranz

Die Symptomgruppen und ihre häufigsten Symptome:
 

 

iStock_kopfwehHerz-Kreislauf-System / ZNS

  • Kopfschmerz (bis hin zu Migräne)
  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Kreislaufprobleme

Haut

  • Flush (rot werden im Hals- und Gesichtsbereich)
  • Ausschlag
  • Juckreiz
  • Quaddeln und Schwellungen

Verdauungstrakt

  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen (auch krampfhaft)
  • Blähungen
  • Durchfall

 

Im Gegensatz zu den meisten anderen Unverträglichkeiten könnten bei der Histaminintoleranz in sehr seltenen Fällen lebensbedrohliche Zustände eintreten!

Durch die Gabe von Antihistaminika können die Symptome gemildert werden. Du solltest auf jeden Fall mit Deinem Arzt Rücksprache halten und stets ein Notfallset bei Dir haben! Näheres dazu in "Behandlung der Histaminintoleranz".

Folgende Symptome werden von einigen Betroffenen zusätzlich berichtet:

  • Nesselsucht (Urtikaria)
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Schweißausbrüche
  • Kribbeln in Fingern, Beinen
  • Muskel/Gelenksschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Asthma/Atemnot
  • Niesen
  • Augenjucken
  • Sodbrennen
  • Sehstörungen
  • Hitzewallungen
  • Niesanfälle
  • Tinnitus, Ohrensausen
  • Zahn- und Kieferschmerzen
  • raue, pelzige Zunge
  • Mundaphten oder sonstige Entzündungen im Mund
  • verstärkte Akne
  • Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Stimmungsschwankungen/Weinerlichkeit/Aggressivität
  • erhöhte Temperatur bzw. grippeartiges Gefühl
  • Erbrechen
  • ...

Weiterführende Links:

 

Quellen u.a.

Zechmann, M. "Weinkonsum und Histaminintoleranz", Studie am NMI-Portal, Gesellschaft für Öffentliche Gesundheit, 2012;

Schmutz Helmut (Autor); Abbot, G.; Lieners C.; Mayer, I.; et.al; "Nahrungsmittelunverträglichkeit (Histamin Intoleranz)", Sachbuch, Wien 2006
Jarisch, R. "Histaminunverträglichkeit", Thieme Verlag TB 2. Auflage
Jarisch, R. "Nahrungsmittel-Intoleranz", medmix 4/2008, pp 49-52
Maintz, L; Bieber, T; Novak, N; "Histamine Intolerance in Clinical Practice", Dtsch Arztebl 2006; 103(51-52): A-3477

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 23. November 2012 16:30


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