Fruktose Symptome & Behandlung
Symptome und Behandlung der Fruktosemalabsorption | Drucken |
Geschrieben von: Redaktion   

Wie im Artikel "Fruktosemalabsoption und Fruktoseintoleranz" beschrieben, funktioniert bei der Fruktosemalabsorption der GLUT-5-Transporter nicht richtig, d.h. die Fruktose wird nicht über den Dünndarm aufgenommen. Sie verbleibt im Darmlumen und wird in den nächsten Darmabschnitt, den Dickdarm, weiter transportiert.

Im Dickdarm verstoffwechseln dann verschiedenen Bakterien die Fruktose zu Wasserstoff, CO2 und kurzkettigen Fettsäuren. Der Wasserstoff macht keine Beschwerden, wird aber für die Diagnose verwendet. Über einen schmerzfreien H2-Atemtest kann man die Fructoseintoleranz meist nachweisen.
Das CO2 führt zu Blähungen und Bauchschmerzen.
Die kurzkettigen Fettsäuren erzeugen einen osmotischen Gradienten und somit ein Eindringen von Flüssigkeit in das Darmlumen, was zu wässrigem Durchfall führt.

Die Symptome der Fruktoseunverträglichkeit sind also unter anderem Blähungen, Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen

fruktose_fructoseintoleranz_symptomeDie Schwere der Symptome ist sehr unterschiedlich und kann von Tag zu Tag variieren. An einem Tag verträgt man zwei Erdbeeren, am nächsten Tag bekommt man davon Durchfall. Hat man Fruktoseunverträglichkeit, so liegt die Kunst dabei, sich langsam an seinen Körper heran zu tasten und zu lernen auf seinen Körper zu hören.

zeitliche Verzögerung der Symptome

Ein weiteres Problem ist die zeitliche Verzögerung der Symptome. Einige Patienten berichten davon, dass die Symptome erst 24-48 Stunden nach dem Verzehr von Fruktose auftreten.

Folgende Symptome wurden bei intestinaler Fructoseintoleranz beobachtet:

  • Blähungen
  • Bauchkrämpfe
  • Durchfall oder weicher Stuhl (oft übelriechend)
  • Verstopfung
  • Übelkeit
  • ...

    Folgende Sekundärsymptome wurden beobachtet
  • Schwindel
  • Reflux (Sodbrennen)
  • Müdigkeit
  • Depressive Stimmungen
  • Kopfschmerzen (bis hin zu Migräne)
  • ...

Behandlung der Fructoseintoleranz

Darmsanierung

Darmsanierungen sind ein gutes Mittel um nach der Diagnose den eigenen Körper wieder "fit" zu machen und etwaige Darm-Fehlbesiedlungen zu sanieren. Ob dise Sanierung sanft von statten geht, oder antibiotisch "vorbereitet" werden muss, sollte auf jeden Fall Dein Arzt entscheiden! Regelmäßige Darmsanierungen bzw. Entschlackungen schaffen bei den meisten Betroffenen ein erhöhtes Wohlbefinden. Diese Sanierungen sollten aber immer mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden, um Schäden am Darmsystem zu vermeiden!

Traubenzucker hilft bei Fructoseintoleranz

Traubenzucker erleichtert bei den meisten Patienten die Aufnahme von Fructose im Dünndarm, d.h. wenn man für jedes Molekül Fructose ein Molekül Traubenzucker zu sich nimmt, hat man meist keine Probleme mit der Fructose. Dies ist jedoch individuell unterschiedlich und hängt von der Anzahl der noch finktionierenden GLUT-5 Transporter ab! Außerdem gilt dies nur nach der Karenzzeit!

Auch ist die Gesamtfruktose pro Tag zu berücksichtigen, da man mit dem "Traubenzuckertrick" nur eine gewisse Menge an Fruktose verträglicher machen kann. Erfahrungsberichte zeigen, dass die meisten Patienten 2-5g Fructose pro Tag bei gleichzeitiger Traubenzuckergabe relativ gut vertragen.

FRUCTOSiN® als Alternative

FRUCTOSiN® ist ein Nahrungsergänzungsmittel und enthält das Enzym "Xylose Isomerase". Dieses Enzymwandelt die Fructose im Magen/Dünndarm in leichter verwertbare Zucker um. Über die Wirkung gibt es aktuell (April 2010) noch keine Studien. Unsere Erfahrungen zeigen aber, dass es sehr gut funktioniert. Nach Meinung einiger Experten könnte die dauerhafte Gabe von FRUCTOSiN® zu einer Darmfehlbesiedlung führen. Da man dieses Nahrungsergänzungsmittel jedoch nicht dauerhaft, sondern in Ausnahmesituationen oder im Urlaub zu sich nimmt, stellt es eine sehr gute Behandlungsmöglichkeit bei Fructosmalabsorption dar.

FRUCTOSiN® wird von der österreichischen Firma "Sciotec Diagnostic Technologies GmbH" produziert und derzeit in Deutschland und Österreich vertrieben.
Zur Webseite von FRUCTOSiN®

Der Verzehr von größeren Mengen Traubenzucker zu stark fruktosehältigen Lebensmitteln oder die Einnahme von Fructosin sind Notlösungen, die im Urlaub oder im Restaurant verwendet werden sollten und erst nach der Karenzphase versucht werden sollten!

Sonst gilt: fruktosearm zu essen und zu trinken! Vermeidung von Zuckeralkoholen!

Weiterführende Links

Quellen u.a.:
Rainer Klinke, Hans-Christian Pape, Stefan Silbernagl (Hrsg.): "Lehrbuch der Physiologie", 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2005
Zechmann, Edlinger - NMI-Portal
Patienteninformation von Dr. M. Ledochowski, Version 16.06.0116.06.01 19:23, Link
Thilo Schleip, Fructose-Intoleranz: Wenn Fruchtzucker krank macht, Trias; Auflage: 1 (2005)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 19. Juli 2010 um 12:39 Uhr
 

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