Fruktose Was ist Fruktoseintoleranz
Fruktosemalabsorption und Fructoseintoleranz | Drucken |
Geschrieben von: Redaktion   

 

Fructoseintoleranz ist eigentlich etwas anderes als die Fructosemalabsorption!

Bei der hereditären Fructoseintoleranz handelt es sich um eine erbliche Krankheit, die durch einen angeborenen Mangel des Enzyms Fruktose-1-Phosphat-Aldolase gekennzeichnet ist. Sie kommt nur etwa mit einer Häufigkeit von 1:20.000-1:130.000 (je nach Quelle) vor und führt zu Leberschädigungen, Nierenschädigungen und Hypoglykämien. Die Fructose wird hier ohne Probleme über ein Transportsystem ( GLUT-5) im Darm in in den Körper aufgenommen, kann dann aber nicht richtig in der Leber abgebaut werden.

Die intestinale Fructoseintoleranz = Fructosemalabsorption = Fruktoseunverträglichkeit) hingegen ist eine erworbene Krankheit, die auf ein defektes Transportsystem (GLUT-5) im Dünndarm zurück zu führen ist, d.h. die Fruktose kann nicht ausreichend in den Körper aufgenommen werden. Hat sie es aber in den Körper geschafft, kann sie hier ohne Probleme abgebaut werden.

Der Begriff "Fructoseintoleranz" wird in der Öffentlichkeit nahezu ausschließlich die intestinale Fructoseintoleranz, also eigentlich die Fructosemalabsorption verwendet.
Wir verwenden diesen Begriff daher auch hier am NMI-Portal. Gemeint ist jedoch nie (außer ausdrücklich erwähnt) die hereditäre Fructoseintoleranz!

Unterschied intestinale Fructoseintoleranz und Fructosemalabsoprtion

Im Netz kursieren seit Sommer 2010 Gerüchte, dass die beiden Begriffe in der Fachwelt neuerdings getrennt werden. Es wird geschrieben, dass die intestinale Fruktoseintoleranz eine Fructosemalabsorption sei, die zu Symptomen führt. D.h. die Fruktosemalabsorption zeigt keine Symptome. Diese Unterscheidung ist so nicht richtig und es gibt in den Fachpublikationen keine Hinweise auf die Sinnhaftigkeit so einer Trennung. Fakt ist, dass der Begriff "Fructosemalabsorption" der medizinisch richtige Begriff ist, Laien aber fast immer "Fructoseintoleranz" sagen. Um hier eine Unterscheidung zu der "hereditären Fructoseintoleranz" zu schaffen, hat man den Begriff der "intestinalen Fructoseintoleranz" eingeführt, oder eben kurz: Fructoseintoleranz.

Wie funktioniert die Fructoseintoleranz

iStock_apfel1Zucker werden mit Hilfe der GLUT-Transporter im Darm resorbiert. Für die Fructose ist der GLUT-5-Transporter zuständig. Er bringt den Fruchtzucker vom Darmlumen in die Dünndarmzelle. Dieser Transporter reagiert aber auch auf andere Stoffe. Einige Zuckeralkohole wie Sorbit blockieren ihn, während Traubenzucker (Glukose)seine Aktivität stimuliert. Jedes Molekül Traubenzucker ermöglicht einem Molekül Fruchtzucker die Resorption. Deshalb sollten Menschen mit Fructosemalabsorption auf Sorbit, Mannit, Isomalt, etc. verzichten und Traubenzucker essen, falls sie viel Fructose zu sich nehmen müssen (Nach der Karenzzeit!). Die Anzahl der noch funktionierenden Transporter ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, weshalb dieser "Traubenzuckertrick" nicht bei jedem funktioniert! Man muss dies individuell austesten!

Warum manche Menschen eine Fructoseintoleranz entwickeln ist noch nicht geklärt! Es zeigt sich jedoch, dass in den letzten Jahren eine Zunahme an Kohlehydrat-Absorptions-Störungen zu erkennen ist.

Weiterführende Links

Quellen:
(1)Rainer Klinke, Hans-Christian Pape, Stefan Silbernagl (Hrsg.): "Lehrbuch der Physiologie", 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2005
(2)Ledochowski M, Widner B, Fuchs D. "Fruktosemalabsorption". J Ernährungsmed 2000; 2: 10-14
(3)Born Peter, World J Gastroenterol 2007 November 21;13(43): 5687-5691 "Carbohydrate malabsorption in patients with non-specific abdominal complaints"
(4)Manir Ali, Peter Rellos, Timothy M Cox, ItMed Genet 1998;35:353-365, "Hereditary fructose intolerance"

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 19. Juli 2010 um 12:49 Uhr
 

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