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Hilfe bei Laktoseintoleranz: Wo ist Laktose enthalten? | Drucken |
Geschrieben von: nmi Administrator   

Laktose befindet sich prinzipiell in jedem Milchprodukt. Aber nicht jedes Milchprodukt ist bei Laktoseintoleranz unverträglich! Es kommt auf die Verarbeitungsweise an wieviel Laktose im fertigen Produkt übrig bleibt. Als laktosefrei und somit verträglich gelten Produkte mit weniger als 0,1g Laktose pro 100g Lebensmittel.

Eine Tabelle mit einigen Laktosewerten findest Du in unserer Laktosetabelle.

Bei Käse gilt prinzipiell: Je länger er Zeit zum Reifen hatte, d.h. je härter er ist, desto weniger Laktose ist in ihm enthalten. Während Weichkäse (Hüttenkäse, Streichkäse) fast immer schlecht vertragen wird, sind Hartkäse wie Gouda oder Parmesan fast immer verträglich.

Achtung: In der Presse wird gerne geschrieben, dass Weichkäse gut vertragen wird. Auch dass gar keine Käse/Milchprodukte verzehrt werden dürften. Das ist falsch! Beachte dazu unseren Praxistipp:

Wenn der Kohlehydratanteil des Käses angegeben ist, so entspricht dieser dem Gehalt an Laktose. D.h. wenn Kohlenhydrate 0,0g zu lesen ist, dann ist der Käse laktosefrei! Bei geriebenem Käse wird oft Stärke beigemengt, dann kann der Käse zwar laktosefrei sein, die Kohlehydratangabe ist dann jedoch nicht 0g! Dies wird jedoch meistens auf der Verpackung aufgeschlüsselt.

In Gegenden in denen vermehrt Laktoseintoleranz auftritt (vgl Artikel "Kulturelle und ethnische Betrachtung der Laktoseintoleranz") werden Milchprodukte anders verarbeitet um sie laktosefrei zu machen. Griechischer Mozarella wird z.Bsp. anders fermentiert als deutscher Mozarella und ist somit auch für einen Menschen mit Laktoseintoleranz gut verträglich. Darauf sollte man sich im Urlaub in Griechenland jedoch nicht verlassen, immerhin werden mitteleuropäische Produkte auch im südländischen EU-Ausland verkauft (nicht selten als lokale Produkte!)

Es lohnt sich auch bei Käse immer einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen. So ist z.Bsp. im Schmelzkäse (oder anderen verarbeiteten Käsen) meistens Molkepulver enthalten.

Molke - die Laktosebombe

Molke ist das Milchprodukt mit der meisten Laktose, weshalb praktisch alle Molkeprodukte unverträglich sind. Wichtig ist vor allem bei Fertiggerichten der Blick auf die Zutatenliste, denn Molkepulver (und andere Milchproduktpulver) werden gerne in der industriellen Nahrungsmittelproduktion eingesetzt. Und dann kann ein Fischstäbchen schon mal zum Laktose-Produkt werden.

Joghurt - ein Spezialfall bei Laktose

laktosefreie produkte laktosefreie milch

Der Laktosegehalt in Joghurt variiert sehr stark. Es kommt auch hier auf die Art und die Verarbeitung des Joghurts an. Wenn man auf Joghurt nicht verzichten will kann man im Selbstversuch herausfinden, welche Produkte man verträgt und welche nicht. Studien haben gezeigt, dass probiotisches laktosehältiges Joghurt mit lebenden Bakterienstämmen deutlich besser vertragen wird als erhitztes und somit "keimfreies" laktosehältiges Joghurt (1).

Laktose macht braun und schwer

Laktose wird gerne in verschiedene Lebensmittel beigesetzt. Beispiel: Die schöne braune Farbe beim Grillen von Bratwürsten stammt oft von der extra deshalb zugefügten Laktose. Ausserdem wird Laktose oft als "Füllstoff" verwendet um die Masse eines Lebensmittels zu erhöhen, die Kosten jedoch klein zu halten. Mittlerweile wird die Laktosefreiheit meistens auf der Packung ausgewiesen,

Laktosefreie Produkte

In den letzten Jahren reagierte der Handel auf Laktoseintoleranz und es wurden schon sehr viele laktosefreie Produkte angeboten. In unserer Rubrik "Rezepte" verwenden wir teilweise diese Produkte. Ausserdem wird immer häufiger der Hinweis "laktosefrei" auf die Produkte aufgedruckt. Auch die meisten Supermarktketten sind auf diesen Zug aufgesprungen und vertreiben laktosefreie Produkte. Einige dieser Produkte haben wir in unserer Rubrik "Produkttests" getestet.

Weiterführende Links

Quellen u.a.:
(1) I. Labayen , L. Forga, A. González, et al; "Relationship between lactose digestion, gastrointestinal transit time and symptoms in lactose malabsorbers after dairy consumption", Alimentary Pharmacology & Therapeutics, Volume 15 Issue 4, Pages 543 - 549

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 08. März 2010 um 14:37 Uhr
 

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