Fruktose Sorbit, Mannit, ...
Sorbit, Mannit, Xylit... | Drucken |
Geschrieben von: nmi Administrator   

Warum werden diese Stoffe in der Lebensmittelindustrie eingesetzt?

Diese sogenannten Zuckeraustauschstoffe werden verwendet, um Lebensmittel zu süßen und um die Feuchtigkeit in Lebensmitteln zu halten. Da diese Stoffe im Körper den Blutzuckerspiegel nicht ansteigen lassen, werden sie gerne in Light- und Diabetikerprodukten eingesetzt. In großen Mengen genossen, führen sie auch beim "normalen" Menschen zu Durchfällen.

Die meisten dieser Stoffe sind keine Erfindung des Menschen, sie kommen sehr wohl auch in der Natur vor.

Sorbit ist zum Beispiel in der Frucht der Ebersche (=Vogelbeere), in Äpfeln, Sanddorn, Pflaumen (Ö: Zwetschken) oder Rosinen enthalten.

Mannit kommt in Feigen, einigen Meeresalgen, der Schwarzwurzel, Champignons und Shitake Pilzen in höheren Konzentrationen vor.

Xylit findet sich in der Rinde der Birke, aber auch in Nahrungsmitteln wie Pflaumen. Xylit wird gerne für Kaugummis und Bon-Bons verwendet weil es eine hohe Süßkraft auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber einen kühlenden Effekt auf der Zunge generiert - ähnlich dem Menthol - und ausserdem kariesverhindernd wirkt.

Sonderfall Xylit: Xylit macht bei Fruktosemalabsorption üblicherweise keine Probleme!
Es hat aber eine blähende Wirkung und sollte daher in großen Mengen vermieden werden!

Diese Stoffe sollten also vermieden werden:

  • Sorbit (E420, Sorbitol)
  • Mannit (E421, Mannitol)
  • Isomalt (E953)
  • Maltit (E965, Maltitol, Maltitol-Sirup)
  • Xylit (E967, Xylitol, Pentanpentol)- siehe Hinweiskasten oben

Sorbat ist nicht gleich wie Sorbit! Sorbat ist ein Salz und wird oft als Konservierungsmittel verwendet. Meistens wird es als Kaliumsorbat oder Kalziumsorbat verwendet (E202 und E203). Sorbat wird in der Literatur als unbedenklich bei Unverträglichkeiten eingestuft.

Warum diese Stoffe meiden?

In aller Kürze erklärt: Diese Stoffe blockieren den Transporter, der die Fruktosedurch die Darmwand transportiert. Da bei Menschen mit Fruktosemalabsorption dieser Transporter gestört ist bzw. nur schlecht arbeitet, sollte jedeweitere Störung dieses Transportmechanismus unterlassen werden. Nimmt also ein Mensch mit Fruktosemalabsorption nur Sorbit zu sich, aber gleichzeitig (bis zu 48h!) keine Fruktose, so gibt es theorethisch keine Probleme. Diese entstehen erst bei gleichzeitiger Einnahme von Fruktose. Da dies aber in der Praxis nicht vermieden werden kann, sollte man auf diese Stoffe so gut wie möglich verzichten. Aber auch hier gilt: Jeder muss für sich selbst herausfinden wieviel er verträgt und wieviel nicht.

Zum Schluß noch ein Hinweis aus der Rubrik "Gerüchte"

Gerücht: Sorbit, Xylit, ...in Zahnpasta und Mundspülungen soll man meiden!
Antwort
: Nein. Das stimmt nicht!
Die Probleme machen diese Stoffe, sobald sie im Darm angelangt sind. Und wenn man nicht vor hat seine Zahnpasta zu essen, so braucht man sich keine Sorgen zu machen! Im Gegenteil, durch die karieshemmende Wirkung von Xylit sind solche Pasten sogar sehr empfehlenswert!

Quellen u.a.:
Kamp, A;  Schäfer, Ch; "Gesund essen, Fruktosearm geniessen" Gräfe und Unzer Verlag, 1. Auflage 2007
Schleip, T; "Fructose-Intoleranz - Wenn fruchtzucker krank macht" Trias Verlag; 2005
Römpp, H; Falbe, J; Regitz, M; "Römpp Lexikon Chemie", 9. Auflage, Thieme Verlag, 1992.

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. März 2010 um 10:36 Uhr
 

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