Schilddrüse Unterfunktion (Hypothyreose)
Schilddrüsenunterfunktion - Hypothyreose | Drucken |
Geschrieben von: Dr. Wolfgang Zechmann   

Die Schilddrüsenunterfunktion entwickelt sich meist nach einer Kropfoperation oder einer Radiojodbehandlung, häufig entsteht sie jedoch langsam und schleichend im Rahmen einer chronischen Entzündung der Schilddrüse (Autoimmun-thyreopathie, Morbus Hashimoto). Meist fallen einem die damit zusammenhängenden Beschwerden nicht auf, denn der Übergang von einer ganz geringen Unterfunktion (latente Hypothyreose) bis zu einer schweren Form (manifeste Hypothyreose) ist oft langsam und fließend.

Eine ausreichende Schilddrüsenhormonversorgung ist für den normalen Ablauf aller Stoffwechselvorgänge und damit für Gesundheit und Wohlbefinden sehr wichtig.

 

Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion:

Das zu wenig in der Schilddrüse gebildete Hormon kann sehr einfach durch Einnahme von Schilddrdüsenhormontabletten ergänzt werden. Das in diesen Tabletten enthaltene Schilddrüsenhormon (Thyroxin) ist völlig gleichartig mit dem natürlichen Hormon das von der Schilddrüse selbst gebildet wird.

Man fängt normalerweise mit einer niederen Dosis an. Am Anfang sind im Abstand von 2-3 Monaten (nicht vor 6 Wochen) Blutabnahmen beim Arzt notwendig. Je nach dem Ergebnis wird die Dosierung angepasst. Das Steuerhormon TSH sollte zwischen 0,5 und 2,0 mU/l liegen. Wenn die richtige Dosis ermittelt ist muss man dann jährlich den TSH-Wert kontrollieren weil sich die Grundfunktion der Schilddrüse verändern kann.

Die Einnahme muss meist lebenslang erfolgen. Wenn man hin und wieder auf die Tabletteneinnahme vergisst ist das aber kein Problem, vor Kontrollen sollte aber mindestens 6 Wochen die Dosierung korrekt eingenommen werden.

Selbstverständlich darf auf keinen Fall ohne ärztliche Kontrolle die Schilddrüsenhormonmenge verändert werden!

Gibt es andere Möglichkeiten?

Eine zusätzliche Jodzufuhr (Algenpräparate etc.) oder Einnahme von Selen ersetzt nicht den Schilddrüsenhormonersatz! Eine Selengabe bei Selenmangel hilft mit, dass sich die Schilddrüsenfunktion nur langsamer verschlechtert, sie ersetzt aber keinesfalls die Schilddrüsenhormontherapie! Nach einer Kropfoperation oder Radiojodbehandlung ist eine zusätzliche Selengabe nicht erforderlich, sie schadet aber auch nicht.

Quelle
NMI-Portal (Dr. Wolfgang Zechmann)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 11. März 2009 um 20:16 Uhr
 

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