Zucker und Zuckeralkohole

Zuckerarten und Austauschstoffe wie Sorbit, Mannit, Xylit

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Liste von Zuckern und Zuckeraustauschstoffen

Im folgenden wollen wir ein paar Begriffe erläutern, die einem oft auf Verpackungen begegnen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

Zuckeralkohole

Maltit, Maltitol, E965, Maltitol-Sirup

Das ist ein schwer verdauliches Kohlehydrat. Es hat einen niederen Kaloriengehalt. Bei Fructosemalabsorption sollte man Maltit meiden!

Mannit, E421

Mannit kommt in Feigen, einigen Meeresalgen, der Schwarzwurzel, Champignons und Shitake Pilzen in höheren Konzentrationen vor. Es sollte bei Fructoseintoleranz gemieden werden!

Xylit, Xylitol, E967

Xylit kommt auch in natürlichen Lebensmitteln vor. Xylit findet sich in der Rinde der Birke, aber auch in Nahrungsmitteln wie Pflaumen. Xylit wird gerne für Kaugummis und Bon-Bons verwendet weil es eine hohe Süßkraft auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber einen kühlenden Effekt auf der Zunge generiert - ähnlich dem Menthol - und außerdem kariesverhindernd wirkt. Xylit ist bei Fructosemalabsorption unbedenklich*.

*Sonderfall Xylit: Xylit macht bei Fruktosemalabsorption üblicherweise keine Probleme!
Es hat aber eine blähende Wirkung, daher sollte die Verträglichkeit individuell ausgetestet werden!

Sorbit, E420

Sorbit ist zum Beispiel in der Frucht der Ebersche (=Vogelbeere), in Äpfeln, Sanddorn, Pflaumen (Ö: Zwetschken) oder Rosinen enthalten. Es blockiert den GLUT-5 Transporter und sollte bei Fructoseintoleranz gemieden werden!

Isomalt, E953

Isomalt ist ein Zuckeraustauschstoff der schwer verdaulich ist. Er wird verwendet, da er den Zucker nicht nur geschmacklich ersetzt, sondern auch viel Volumen hat. Isomalt ist bei Fruktoseintoleranz nicht zu empfehlen!

Erythritol, Erythrit

Erythritol ist ebenfalls ein Zuckeralkohol. Er kommt in vielen Nahrungsmitteln vor, zum Beispiel in Pilzen oder Früchten. Der Großteil des Erythrits wird im Dünndarm resorbiert, etwa 10% gelangen in weitere Darmabschnitte und werden entweder unverdaut ausgeschieden, oder durch Bakterien verstoffwechselt. Dieser Zuckeraustauschstoff gilt bei Fruktoseintoleranz in kleinen Mengen als relativ gut verträglich, sollte jedoch in der Karenzphase ebenfalls gemieden werden und während der Dauerernährung ausgetestet werden! Vorsicht ist deshalb geboten, weil dieser Stoff wegen seiner Kristall-Struktur gerne als Zuckerersatz angepriesen wird. Dadurch sind aber die Verzehrmengen so hoch, dass es leicht zu abführender Wirkung kommen kann. Laut der EU Kommission liegt die Menge, ab der Erythritol abführend wirken kann, bei etwa 0,5g pro Kilogramm Körpergewicht. Ein 70kg schwerer Mensch wären das 35g Erythrit.

Zuckerarten

Zucker / Haushaltszucker / Saccharose / Sucrose

Der "normale" Zucker. Er wird aus Rüben oder aus Zuckerrohr (dann heißt er Rohrzucker) gewonnen. "Zucker" ist ein Disaccharid und besteht zu 50% aus Fructose und zu 50% auf Glucose. Daher ist er NACH der Karenzzeit in geringen Mengen meist verträglich.

Glukose, Dextrose, Traubenzucker

Da Glukose die Aufnahme von Fruchtzucker erleichtert, ist sie bei Fructoseintoleranz ein guter Zuckerersatz. Aber Achtung, zu viel Glucose ist wegen des Einflusses auf den Blutzuckerspiegel nicht ideal! Daher nicht in großen Mengen verwenden, eher als Notfallösung! Tip: Zu Speisen mit unbekanntem Fruktosegehalt Traubenzucker essen.

Glukosesirup

Glukosesirup besteht oft nicht nur aus Glukose, sondern auch zu geringen Teilen (weniger als 50%) aus Fruktose. Er ist üblicherweise in geringen Mengen bei Fructoseintoleranz verträglich.

Maltose, Malzzucker

Maltose besteht aus 2 Molekülen Glukose. Daher ist Maltose bei Fructoseintoleranz unproblematisch.

Oligosaccharide und Polysaccharide

Oligosaccharide (Mehrfachzucker) ist ein Überbegriff für Ketten von Zuckermolekülen. Meist sind weniger als 10 Moleküle miteinander verknüpft. Die Art der Zucker ist aber meist nicht genau definiert. Oft bestehen diese Oligosaccharide aus Fructose (Oligofruktose). Auch Inulin ist so ein Oligosaccharid. Polysaccharide sind noch längere Ketten aus Zuckermolekülen (meist mehr als 10 Moleküle). Alles zusammen nennt man auch Fruktane. Auf Grund der blähenden Wirkung sind diese in großem Mengen nicht verträglich, in kleinen Mengen durchaus. Vor allem auch, weil sie vom Körper nicht aufgespalten werden können und daher als Ballaststoffe zu bezeichnen sind!

Warum werden Zuckeraustauschstoffe in der Lebensmittelindustrie eingesetzt?

Diese sogenannten Zuckeraustauschstoffe (Zuckeralkohole) werden verwendet, um Lebensmittel zu süßen und um die Feuchtigkeit in Lebensmitteln zu halten. Da diese Stoffe im Körper den Blutzuckerspiegel nicht ansteigen lassen, werden sie gerne in Light- und Diabetikerprodukten eingesetzt. In großen Mengen genossen, führen sie auch beim "normalen" Menschen zu Durchfällen.

Die meisten dieser Stoffe sind keine Erfindung des Menschen, sie kommen sehr wohl auch in der Natur vor.

Warum Zuckeralkohole meiden?

In aller Kürze erklärt: Diese Stoffe blockieren den Transporter, der die Fruktose durch die Darmwand transportiert. Da bei Menschen mit Fruktosemalabsorption dieser Transporter gestört ist bzw. nur schlecht arbeitet, sollte jede weitere Störung dieses Transportmechanismus unterlassen werden. Nimmt also ein Mensch mit Fruktosemalabsorption nur Sorbit zu sich, aber gleichzeitig (bis zu 48h!) keine Fruktose, so gibt es theorethisch keine Probleme. Diese entstehen erst bei gleichzeitiger Einnahme von Fruktose. Da dies aber in der Praxis nicht vermieden werden kann, sollte man auf diese Stoffe so gut wie möglich verzichten. Aber auch hier gilt: Jeder muss für sich selbst herausfinden wieviel er verträgt und wieviel nicht.

 

Diese Stoffe sollten also vermieden werden:

  • Sorbit (E420, Sorbitol)
  • Mannit (E421, Mannitol)
  • Isomalt (E953)
  • Maltit (E965, Maltitol, Maltitol-Sirup)
  • Polysaccharide & Oligosaccharide (in großen Mengen)
  • Fructose, Fructose-Sirup
  • Glukosesirup (je nach Zusammensetzung auch sehr gut verträglich)

Diese Stoffe sind meist* unproblematisch

  • Xylit (E967, Xylitol, Pentanpentol)- siehe Hinweiskasten oben
  • Maltose, Malzzucker
  • Glucose, Traubenzucker
  • Sorbat
  • Erythritol, Erythrit

Sorbat ist nicht gleich wie Sorbit! Sorbat ist ein Salz und wird oft als Konservierungsmittel verwendet. Meistens wird es als Kaliumsorbat oder Kalziumsorbat verwendet (E202 und E203). Sorbat wird in der Literatur als unbedenklich bei Unverträglichkeiten eingestuft.

 

Zum Schluß noch ein Hinweis aus der Rubrik "Gerüchte"

Gerücht: Sorbit, Xylit, ...in Zahnpasta und Mundspülungen soll man meiden!

Antwort: Nein. Das stimmt nicht!
Die Probleme machen diese Stoffe, sobald sie im Darm angelangt sind. Und wenn man nicht vor hat seine Zahnpasta zu essen, so braucht man sich keine Sorgen zu machen! Im Gegenteil, durch die karieshemmende Wirkung von Xylit sind solche Pasten sogar sehr empfehlenswert!

Quellen u.a.:
Kamp, A;  Schäfer, Ch; "Gesund essen, Fruktosearm geniessen" Gräfe und Unzer Verlag, 1. Auflage 2007
Schleip, T; "Fructose-Intoleranz - Wenn fruchtzucker krank macht" Trias Verlag; 2005
Römpp, H; Falbe, J; Regitz, M; "Römpp Lexikon Chemie", 9. Auflage, Thieme Verlag, 1992.
Opinion of the Scientific Committee on Food on Erythritol; EUROPEAN COMMISSION HEALTH & CONSUMER PROTECTION DIRECTORATE-GENERAL;SCF/CS/ADD/EDUL/215 Final
24 March 2003;

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 29. Juni 2012 07:23

Gesendet: 1 Jahr her von Kosmos354 #4801
Ich verwende sorbithaltige Zahnpasta und manchmal auch xylithaltigen Kaugummi. Das macht bei mir keine Probleme. Auf sorbithaltige Lebensmittel, die ich schlucke, reagiere ich aber ziemlich stark.

Mein Fruktose-Problem äußert sich aber auch nicht in der Mundhöhle, sondern im Darm- Probleme mit der Mundschleimhaut deuten auf eine Allergie hin- das hab ich nur bei Sellerie, auf den ich nachweislich allergisch reagiere.

Ich glaub nicht, dass das mit der Sorbitintoleranz zu tun hat, wenn man Zahnpasta nicht verträgt- da wird wahrscheinlich was anderes dahinterstecken.

LG Sisi
Gesendet: 1 Jahr her von Biene #4800
Hm... das klingt eher, als würdest du auf etwas in der Zahnpasta allergisch reagieren.

Entsprechend müsst man ja auch sagen, wenn jemand eine Laktoseintoleranz hat und er spült seinen Mund mit Milch (schluckt diese aber nicht!, sondern spuckt sie nach 2 Minuten wieder aus), dann bekommt er Symptome. Also ich werde das gerne mal probieren, glaube aber nicht, dass das einen Effekt hat!

Wer ist beim Selbstversuch dabei ?
Gesendet: 1 Jahr her von Hilma #4799
Zitat: "Gerücht: Sorbit, Xylit, ...in Zahnpasta und Mundspülungen soll man meiden!

Antwort: Nein. Das stimmt nicht!
Die Probleme machen diese Stoffe, sobald sie im Darm angelangt sind. Und wenn man nicht vor hat seine Zahnpasta zu essen, so braucht man sich keine Sorgen zu machen! Im Gegenteil, durch die karieshemmende Wirkung von Xylit sind solche Pasten sogar sehr empfehlenswert!"

Leider kann ich dem nicht zustimmen! Der Wechsel auf eine sorbitfreie Zahnpasta hat meine Beschwerden verringert. Z.B. sind meine Darmbeschwerden etwas zurück gegangen und zusätzlich löst sich nicht dauernd meine Mundschleimhaut, und der Mund allgemein ist nicht mehr dauergereizt.
Meine Ernährungsberaterin konnte mir noch andere Fälle nennen, bei denen der Zahnpastawechsel Besserung zeigte. Wenn die Beschwerden also andauern macht es meiner Meinung nach schon Sinn, die Zahnpasta zu wechseln.
Liebe Grüße

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