Fruktosemalabsorption (intestinale Fructoseintoleranz, Fruktoseunverträglichkeit) ist prinzipiell nichts schlimmes!
Das Wichtigste ist ein Termin bei einem Ernährungsberater, der sich mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten auskennt. Ausserdem ist zu klären, ob du noch andere Unverträglichkeiten hast. Etwa 20% der Menschen mit Fruktosemalabsorption haben auch eine Laktoseintoleranz.
Zu allererst sollten die verwendeten Begriffe geklärt werden, da es hier oft Missverständnisse gibt!
Fruchtzucker ist das gleiche wie Fruktose oder auch Fructose.
Fruktosemalabsorption ist das gleiche wie Fruktoseunverträglichkeit, bzw. intestinale Fructoseintoleranz! (Achtung! Bitte lies dazu auch unseren Artikel Fruktosemalabsorption und Fructoseintoleranz)
Glucose ist Traubenzucker (oft auch als Dextrose bezeichnet)
Saccharose ist Haushaltszucker (Kristallzucker, besteht aus einem Molekül Fruktose und einem Molekül Glukose)
Eine Begriffsklärung der am häufigsten vorkommenden Problemfälle findest du hier.
Die ersten Wochen (Karenzphase) nach der Diagnose "Fructoseintoleranz":
In den ersten Wochen sollte man vollkommen auf Fruchtzucker und Sorbit verzichten, um dem Darm eine gewisse Erholung zu gönnen. Wichtig ist auch, in den ersten Wochen Hülsenfrüchte, Kohl und zu viele Ballaststoffe zu vermeiden. Nach ca. 2-4 Wochen können diese Nahrungsmittel dann wieder langsam in die Diät eingefügt werden. Wichtig ist eine ausreichende (2-3 Liter pro Tag) Flüssigkeitszufuhr (Wasser, Kräutertee, keine kohlensäurehaltigen Getränke, kein Alkohol).
Es ist auch falsch anzunehmen, dass man mit Fructoseintoleranz überhaupt keine Fruktose mehr zu sich nehmen darf. In geringen Mengen (bis zu ca. 5g/Tag) ist Fruktose meistens verträglich (vgl. "Symptome und Behandlung der Fruktoseintoleranz").
Das Kapitel Karenzphase ist sehr komplex. Wir haben ein Buch darüber geschrieben, das diese Zeit sehr genau erklärt und über 40 Rezepte beinhaltet. Infos zu diesem Buch findest du hier...
Sobald man sich besser fühlt (das wird bald sein!) und sobald keine Symptome mehr auftreten, kann man die Karenzphase beenden und mit der Testphase beginnen.
Die Testphase:
Je nach Lust und Laune kann man damit beginnen kleine Mengen an Fruchtzucker zu sich nehmen. Dabei sollte man dann genau auf die Reaktionen des Körpers achten. Jetzt kann man vor allem auch wieder Haushaltszucker in kleinen Mengen essen und zu Speisen die Fruktose enthalten kleine Mengen Traubenzucker essen. Die Testphase dauert üblicherweise einige Monate und ist stark von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Im Endeffekt geht es darum: Finde heraus was DU verträgst und lass dich nicht von anderen beeinflussen!
Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf verschiedene Speisen und jeder Menschreagiert von Tag zu Tag anders, auf die gleichen Speisen!
Auf nüchternen Magen verträgt man Fruchtzucker schlechter als auf vollen Magen!
Was kann man mit Fruktosemalabsoprtion noch essen?
Immer nur Verbote machen das Leben oft schwer. Da stellt sich oft die Frage: Was kann man dann nach der Karenzphase eigentlich noch essen? Wie man sich nach der Karenzphase trotzdem gesund und ausgewogen ernähren kann, findest du in unserem Artikel "Gesund essen trotz Fruktosemalabsorption".
Obst:
Jedes Obst das mehr Traubenzucker als Fruchtzucker und in Summe wenig Fruktose enthält. Gut verträglich sind meistens Papaya, Kaktusfeige, Ananas, Banane oder Mandarine (Wobei die letzten zwei einen hohen Zuckergehalt haben!). Eine genaue Auflistung findest du als Tabelle hier oder in unseren Downloads.
Fertigprodukte:
Gewisse Zuckeralkohole blockieren das Transportsystem im Darm, das bei Menschen mit Fruchtzuckerunverträglichkeit nur noch mangelhaft funktioniert. Diese Stoffe sind also strikt zu vermeiden. Dazu zählen Sorbit (Sorbitol), Mannit, Isomalt(c). Diese Stoffe finden sich gerne in Kaugummis, Süßigkeiten und Fertiggerichten, müssen jedoch in der Zutatenliste auf der Verpackung angegeben werden. Die zugehörigen E-Nummern findest Du im Zutaten Lexikon. Auch Xylit und andere Zuckeralkohole sollte man vermeiden. Xylit ist zwar nicht ursächlich mit der Fruktosemalabsorption verbunden, wirkt aber abführend und blähend.
Zucker:
Normaler Haushaltszucker ist in geringen Mengen für die meisten Patienten ohne Probleme zu genießen!
Haushaltszucker (Saccharose) ist ein Zweifachzucker. Er besteht aus einem Molekül Fruchtzucker und einem Molekül Traubenzucker. Da Traubenzucker die Aufnahme von Fruchtzucker erleichtert, ist Haushaltszucker normalerweise gut verträglich (nach der Karenzphase und auch dann meist nur in kleineren Mengen!).
Siehe auch "Zuckerarten und Zuckeraustauschstoffe "
Alkohol:
Bier enthält relativ viel Sorbit und Fruchtzucker und sollte daher vermieden werden. Trockene Weine sind meistens in kleinen Mengen relativ gut verträglich, Süßweine meistens schlechter. Generell gilt: Je süßer ein alkoholisches Getränk ist, desto schlechter ist es verträglich. Bezüglich Alkohol ist der Punkt "Fettleber bei Fruktoseintoleranz" sehr wichtig!
In der Rubrik Rezepte findest Du einige gut verträgliche Rezepte für Deine fruktosefreie oder fruktosearme Ernährung.
Bücher über Fruktoseintoleranz
In unserer Bücher-Ecke findest Du einige Buch-Tipps zum Thema Fruktose-Unverträglichkeit
Downloads für registrierte Mitglieder
Weiterführende Links
- Behandlung der Fructoseintoleranz
- richtige Ernährung bei Fructoseintoleranz
- Tabelle mit Fructosegehalten
Quellen u.a.:
Stryer, L., Biochemie, Specktrum Akademischer Verlag, 4. Auflage
NMI-Portal (Edburg Edlinger, Michael Zechmann)
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 05. April 2013 09:32



