Symptome behandeln
Wenn man mal die Diät vergessen hat, oder einfach mal über die Strenge geschlagen hat, dann plagen einen die üblichen Symptome der Fruktoseintoleranz. Hier helfen - individuell verschieden - einige Tricks. Man kann Wärmflaschen auf den unteren Bauch legen, Schafgarbentee oder andere entblähende Tees trinken. Sollte man Sodbrennen bekommen kann man auch hier mit geeigneten Medikamenten oder Tees gegensteuern. Auch die Übelkeit kann mit entsprechender Medikation behandelt werden. Bitte sprich diese Maßnahmen mit deinem Arzt durch. Er wird mit dir zusammen die richtige Medikation finden.
Wichtig ist natürlich gar nicht erst über die Strenge zu schlagen, bzw. die Symptome von vornherein zu vermeiden.
Behandlung der intestinalen Fructoseintoleranz / Fructosemalabsorption
Darmsanierung
Darmsanierungen sind ein gutes Mittel um nach der Diagnose den eigenen Körper wieder "fit" zu machen und etwaige Darm-Fehlbesiedlungen zu sanieren. Ob diese Sanierung sanft von statten geht, oder antibiotisch "vorbereitet" werden muss, sollte auf jeden Fall Dein Arzt entscheiden! Regelmäßige Darmsanierungen bzw. Entschlackungen schaffen bei den meisten Betroffenen ein erhöhtes Wohlbefinden. Diese Sanierungen sollten aber immer mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden, um Schäden am Darmsystem zu vermeiden!
Der Traubenzucker-Trick hilft bei Fructoseintoleranz
Traubenzucker erleichtert bei den meisten Patienten die Aufnahme von Fructose im Dünndarm, d.h. wenn im Darm für jedes Molekül Fructose ein Molekül Traubenzucker zur Verfügung steht, hat man meist keine Probleme mit der Fructose. Dies ist jedoch individuell unterschiedlich und hängt von der Anzahl der noch funktionierenden GLUT-5 Transporter ab!
Auch ist die Gesamtfruktose pro Tag zu berücksichtigen, da man mit dem "Traubenzuckertrick" nur eine gewisse Menge an Fruktose verträglicher machen kann. Erfahrungsberichte zeigen, dass die meisten Patienten 2-5g Fructose pro Tag bei gleichzeitiger Traubenzuckergabe relativ gut vertragen.
Wichtig ist hier vor allem, dass Traubenzucker sehr schnell resorbiert wird, während Fructose relativ lange im Darm verbleibt. Das heißt, wenn man 1g Fructose und 1g Glucose zu sich nimmt, so ist bereits nach kurzer Zeit ein Fructoseüberschuß vorhanden, da die Glucose schneller aufgenommen wurde. Daher empfiehlt es sich mehr Glucose als Fructose zu sich zu nehmen.
Außerdem gilt dies nur nach der Karenzzeit!
Xylose-Isomerase: Ein Enzym das bei Fruktoseintoleranz hilft
Auch für intestinale Fruktoseintoleranz gibt es mittlerweile Hilfe: das Enzym "Xylose Isomerase". Dieses Enzym wandelt die Fruktose im Dünndarm in Glukose um, aber auch Glukose in Fruktose. Im Prinzip wendet man hier den „Traubenzuckertrick ohne Traubenzucker“ an, denn die gegessene Fruktose wird zu Glukose umgewandelt und dann aufgenommen. Das Enzym hat die Eigenschaft immer ein Gleichgewicht zwischen Fruktose und Glukose herstellen zu wollen. Das heißt wenn von beiden Zuckern gleich viel vorhanden ist wandelt es keine Fruktose mehr um. Da aber Glukose sehr schnell resorbiert wird, kommt es im Darm zu keinem Gleichgewicht und so kann fast die gesamte Fruktose umgewandelt werden. Dies heißt theoretisch aber auch, dass eine zusätzliche Einnahme von Traubenzucker die Wirkung unterdrücken würde. Doch der Traubenzucker wird so rasch aufgenommen, dass auch dann ein Ungleichgewicht herrscht. Das heißt: Nimmt man dieses Enzym ein, benötigt man keine weitere Glukose.
Wichtig: Das Enzym wird ab ca. 60°C deaktiviert, das heißt man sollte die Kapseln nicht öffnen und in heiße Speisen einrühren, oder im Urlaub im heißen Auto zurück lassen!
Unsere Erfahrungen mit dem Produkt "Fructosin" zeigen, dass das Enzym sehr gut funktioniert. Genaue Studien über die Wirksamkeit fehlen aktuell noch.
Warum ein Enzym bei einem Transportprotein-Problem?
Der Fruchtzucker wird von dem Transporter GLUT-5 durch die Dünndarmschleimhaut gepumpt. Fehlt der Transporter gelangt die Fruktose in weitere Darmabschnitte, wird von den dort ansässigen Bakterien verdaut und es kommt zu den typischen Symptomen. Die oral eingenommene Xylose-Isomerase greift vorher ein und wandelt im Dünndarm die Fruktose in Traubenzucker um, der dann erstens auch über andere Transportmechanismen (GLUT-2) aufgenommen werden kann und zweitens den „Traubenzuckertrick“ in Gang bringt. Das Enzym hat die Eigenschaft immer ein Gleichgewicht zwischen Fructose und Glucose herstellen zu wollen. Das heißt wenn von beiden Zuckern gleich viel vorhanden ist wandelt es keine Fructose mehr um. Da aber Glucose sehr schnell resorbiert wird, kommt es im Darm zu keinem Gleichgewicht und so kann fast die gesamte Fruktose umgewandelt werden. Dies heißt theoretisch aber auch, dass eine zusätzliche Einnahme von Traubenzucker die Wirkung des Enzyms unterdrücken würde. Doch der Traubenzucker wird so rasch aufgenommen, dass auch dann ein Ungleichgewicht herrscht.
Der Verzehr von größeren Mengen Traubenzucker zu stark fruktosehältigen Lebensmitteln oder die Einnahme von Xylose-Isomerase sind Notlösungen, die im Urlaub oder im Restaurant verwendet werden sollten und erst nach der Karenz-Zeit versucht werden sollten!
Sonst gilt: fruktosearm zu essen und zu trinken! Vermeidung von Zuckeralkoholen!
weiterführende Ernährungstipps - Zufuhr von Zink und Mineralstoffen
Typisch für die Fructose-Intoleranz ist oft ein Mangel an Zink, Folsäure, Vitaminen und Mineralstoffen. Auch hier gibt es mittlerweile einige Präparate, die hilfreich sein können. Aber Achtung: Immer genau die Zutatenliste lesen, da sehr oft für Fructoseintoleranz unverträgliche Stoffe beigemengt sind!
Weiterführende Links
- Zur Webseite von FRUCTOSiN
- Richtige Ernährung bei Fructoseintoleranz
- Der H2-Atemtest - So wird die Fruktoseintoleranz diagnostiziert
- Tabelle des Fruktosegehaltes verschiedener Lebensmittel
Quellen:
Rainer Klinke, Hans-Christian Pape, Stefan Silbernagl (Hrsg.): "Lehrbuch der Physiologie", 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2005
Dr. A. Missbichler - persönliche Kommunikation
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 18. Juli 2012 16:07



