Symptome und Diagnostik der Zöliakie
Die klassischen Symptome einer Zöliakie sind chronische Durchfälle, zum Teil
mit massigen und durch die gestörte Fettverdauung
auch fettglänzenden, klebrigen Stühlen (Steatorrhoe),
Appetitlosigkeit und Erbrechen.
Seitdem die Untersuchung von zöliakiespezifischen Antikörpern im Blut in die
Diagnostik
eingeführt wurde, hat sich die Erkennung des Krankheitsbildes grundsätzlich
gewandelt. Meist muss eine Dünndarmbiopsie gemacht werden, die jedoch
schmerzfrei ist.
Formen der Zöliakie
Es werden heute neben einer aktiven Zöliakie weitere Verlaufsformen
unterschieden: Bei der silenten Zöliakie weisen Patienten eine (fast)
vollständige Zottenatrophie auf, haben jedoch keine oder nur geringe
unspezifische Symptome, insbesondere keine Zeichen einer Ernährungsstörung. Der
Begriff der latenten Zöliakie wird dann angewandt, wenn zwar zu einem früheren
Zeitpunkt einmal eine Zottenatrophie unter glutenhaltiger Nahrung bestanden
hat, diese sich aber unter glutenfreier Diät wieder normalisieren konnte und
unter erneuter glutenhaltiger Ernährung normal geblieben ist. Schließlich
beschreibt der Begriff potentielle Zöliakie Menschen, die nie die
klassischen Veränderungen der Dünndarmschleimhaut aufwiesen, aber dennoch
zöliakietypische immunologische Abweichungen aufweisen.
Die Ausprägung hinsichtlich der Empfindlichkeit gegen Gluten und der
Intensität der Symptome ist individuell verschieden. Einige Menschen zeigen
auch beim Verzehr größerer Mengen an glutenhaltigen Lebensmitteln nur leichte
Symptome in Form von Bauchschmerzen und Verstopfung. Auf der anderen Seite gibt
es auch Betroffene, die selbst auf geringste Spuren von Gluten mit einer
schweren Symptomatik reagieren.
Zöliakie und andere Krankheiten
Als Autoimmunerkrankung ist die Zöliakie mit anderen Erkrankungen, bei denen
sich das Immunsystem gegen körpereigene Gewebe richtet, vergesellschaftet. Die
häufigste Begleiterkrankung einer Zöliakie ist der Diabetes
mellitus Typ 1, bei dem Antikörper gegen insulinproduzierende Zellen der
Bauchspeicheldrüse gebildet werden. Etwa fünf bis zehn Prozent aller Personen
mit Zöliakie sind auch an einem Typ-1-Diabetes erkrankt und umgekehrt ebenso
etwa der gleiche Anteil Typ-1-Diabetiker an einer Zöliakie. Auch für eine
entzündliche Erkrankung der Schilddrüse, die Hashimoto-Thyreoiditis , die ebenfalls als
Autoimmunerkrankung gilt, wurde ein wechselseitig gehäuftes Auftreten zusammen
mit einer Zöliakie beschrieben.
Quellen:
1) Keller, R.: Klinische Symptomatik: „Zöliakie, ein Eisberg“. In: Monatsschrift Kinderheilkunde 2003; 151:706-714
2) wikipedia.de
3) Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie
»
Keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben. Bitte melde dich an oder registriere dich.
|