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Symptome und Funktionsweise der Laktoseintoleranz Drucken E-Mail

Das Enzym Lactase wird im Dünndarm synthetisiert und spaltet den Milchzucker in zwei Einfachzucker, die dann in den Körper aufgenommen werden können.

Fehlt dieses Enzym Lactase oder wird es nur unzureichend synthetisiert, so spricht man von Laktoseintoleranz bzw. Laktoseunverträglichkeit. Der Milchzucker, oder die Laktose, gelangt dann unverdaut in die folgenden Abschnitte des Darmes, kann also im Dünndarm nicht resorbiert werden.

In den folgenden Darmabschnitten befinden sich Darm-Bakterien, die die Laktose aufspalten. Allerdings nicht mit dem Enzym Lactase, sondern mit dem Enzym beta-Galactosidase. Dabei produzieren sie Wasserstoff, kurzkettige Fettsäuren und CO2. Mit Hilfe des Wasserstoffs (der übrigens keine Symptome bei Laktoseintoleranz macht) ist es möglich die Laktoseintoleranz über einen schmerzfreien Atemtest zu diagnostizieren. Es kommt jedoch auf die Art der Darmbakterien an. Es gibt Bakterien die Methan produzieren. Dazu verwenden sie u.a. auch den durch die Spaltung entstandenen Wasserstoff. Als Folge haben solche Menschen starke Blähungen, aber ein Nachweis der Laktoseintoleranz mit Hilfe eines Atemtests ist nicht möglich, da der Wasserstoff ja nicht mehr ausgeatmet wird, sondern im Methan gebunden ist.

Das CO2 führt zu Blähungen, die kurzkettigen Fettsäuren (Essigsäure, Buttersäure, ...) ändern die osmotischen Verhältnisse im Darm und führen zu einem Flüssigkeitseindringen in das Darmlumen. Wässriger Durchfall ist die Folge. In seltenen Fällen, wenn Methan gebildet wird, hat man sehr starke Blähungen.

 

Die Symptome der Laktoseintoleranz sind also Übelkeit, wässrige Durchfälle, Blähungen, kalter Schweiß, aufgedunsener Bauch und Bauchschmerzen.

 

Die Laktoseunverträglichkeit geht in 75% der Fälle auch mit einer Fructosemalabsorption einher.

Es gibt jedoch auch Patienten, die aus anderen Gründen als einer Nahrungsmittelunverträglichkeit diese Symptome aufweisen können. Deshalb ist es wichtig, beim Arzt einen Test zu machen, wenn man den Verdacht hat, an einer Unverträglichkeit zu leiden. Bei einem Versuch im Jahr 1995, wurden 30 Menschen getestet, die angaben an einer Laktoseintoleranz zu leiden und schwere Symptome zu zeigen nachdem Sie Milch getrunken hatten. 9 von diesen Patienten stellten sich als nicht laktoseintolerant heraus, d.h. sie konnten ohne Probleme Laktose verdauen.

Bevor man zum Arzt geht ist es hilfreich, ein Ernährungstagebuch Ernährungstagebuch zu führen (Download nur für registrierte User)

Milchallergie

Von der Laktoseintoleranz oder Laktoseunverträglichkeit unterscheiden sich die Milchallergien (Kasein-, Laktalbumin-, Kugmilchallergie, ...)! Es sind keine Intoleranzen, sondern echte Allergien auf bestimmte Inhaltsstoffe der Milch.

Quellen:
Suarez F.L., Savaiano D.A., Levitt M.D: A Comparison of Symptoms after the Consumption of Milk or Lactose-Hydrolyzed Milk by people with Self-Reported Severe Lactose Intolerance, N Engl J Med. 1995 Jul 6;333(1):1-4.
Medow et al.: Lactose Intolerance. New England Journal of Medicine 333 (1995): 1358-1359
Ledochowski M., Bair H., Fuchs D.: Laktoseintoleranz. J Ernährungsmed. 1/2003 (2003): 7-14

 

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Letzte Aktualisierung ( Montag, 30 Juni 2008 )
 
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