Laktoseintoleranz ist keine Milchallergie!
Prinzipiell unterscheidet man zwischen der primären und der sekundären Form des Lactasemangels.
Die primären Lactasemängel:
1. endemischer Lactasemangel Hierunter versteht man die häufigste Form der Laktoseintoleranz. Sie ist genetisch bedingt und tritt vermehrt in wärmeren sonnenreichen Gegenden auf (vgl. "Ethnische Betrachtung der LI"). Sie tritt erst im Laufe des Erwachsenwerdens auf (ab dem 5. Lebensjahr) und ist bei gezielter Gabe von Milchprodukten reversibel.
2. kongenitaler Lactasemangel Dies ist ein autosomal-rezessiver Gendefekt bei dem nicht die geringste Menge an Lactase gebildet wird. Andere Disaccharidasen werden vollkommen normal synthetisiert.
3. entwicklungsbedingter Lactasemangel
Dieser Mangel ist sehr selten und tritt bei Frühgeburten auf. Das Baby bildet erst in den letzten Wochen der Schwangerschaft die Lactase (vorher ist ein milchspaltendes Enzym ja nicht nötig). Kommt es zur Frühgeburt kann das Kind keine Lactase produzieren. Dieser Lactasemangel bildet sich im Laufe des Lebens meistens zurück.
Die sekundären Lactasemängel
Diese Formen sind alle auf eine Beschädigung des Dünndarmes zurück zu führen. Die Lactase wird in den Microvilli des Dünndarmes gebildet. Sind diese beschädigt oder beeinträchtigt, funktioniert auch die Enzymproduktion nicht mehr. Gründe für eine derartige Schädigung können u.a. Zöliakie, Bestrahlungen bei Tumorbehandlungen, bakterielle Fehlbesiedlung und Kurzdarmsyndrom sein.