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Die Laktose wird über die Nahrung aufgenommen und gelangt über den Magen in den Dünndarm. Hier spaltet das Enzym Lactase die Laktose in ihre Bestandteile Galactose und Glucose auf. Diese Einfachzucker können dann über die Darmschleimhaut in den Körper aufgenommen werden.
Das Enzym Lactase wird in den Zellen des Dünndarms gebildet. Die Fähigkeit Laktose zu verdauen haben grundsätzlich alle Säugetiere. Bei allen Säugern verringert sich bzw. verschwindet diese Fähigkeit jedoch mit zunehmendem Alter, da es aus biologischer Sicht keinen Grund gibt, dass ein ausgewachsenes Säugetier Milch trinkt. Dies ist z.Bsp. bei der Heimtierhaltung zu beachten. Man tut seinem Hund möglicherweise nichts Gutes, wenn man ihm hin und wieder Milch gibt.
Steinzeitmenschen mit Laktoseintoleranz
Nach neuen Studien hat der nordeuropäische Mensch vor ca. 7000 Jahren die Fähigkeit entwickelt Laktose auch im Erwachsenenalter zu verdauuen. Der Grund dürfte darin liegen, dass es im Norden Europas wenig Sonneneinstrahlung (vor allem im Herbst und Winter) gibt. Nur mit genügend Sonneneinstrahlung kann Vitamin D gebildet werden, das u.a. auch für den Knochenaufbau (Kalziumresorption) wichtig ist. Diese Aufgabe kann teilweise auch der Milchzucker übernehmen. D.h. wenn wenig Vitamin D vorhanden ist, kann der Körper mit Hilfe des Milchzuckers die Kalziumaufnahme aufrechterhalten. Dies ist für Menschen in sonnenreichen Regionen unnötig (siehe nächster Absatz). Hieraus folgt auch, dass die Laktoseunverträglichkeit keine Krankheit ist, sondern eigentlich die Normalität. Menschen die Laktose im Alter verdauuen können, sind eine genetische Variation.
Ethnische Betrachtung der Laktoseintoleranz
 mehr als 80% der Afrikaner können keine Laktose verdauuen. (Bild: Christoph Scholz)
Die Produktion des Enzyms Lactase ist - wie jede Enzymproduktion - genetisch gesteuert. Der nordeuropäische Mensch hat im Laufe seiner Evolution die Fähigkeit erlangt dieses Enzym auch im Erwachsenenalter zu produzieren. Diese Entwicklung ging mit der Domestikation des Rindes einher und betrifft nur 1/4 (andere Quellen 1/3) der Weltbevölkerung!
Es gibt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. In nordischen Ländern können fast 90% der Bevölkerung Laktose verdauen, während in südlichen Regionen Europas nur ca. 30% und in Äquator-Nähe und in Asien nur 2% Laktose verdauen können. In Mitteleuropa sind 80-90% fähig das Enzym Lactase zu synthetisieren.
Kulturelle Unterschiede
Doch auch die kulturellen Begebenheiten spielen eine Rolle. So können zum Beispiel 80% der Japaner - vorwiegende höhere Schichten - Laktose verdauen.
Viele Menschen die aus eigentlich laktoseintoleranten Völkern stammen, jedoch in milchtrinkenden Kulturen aufwachsen, zeigen keine Lakoseintoleranz mehr. Ein Hinweis, das die Laktoseintoleranz auch oft kulturell bedingt ist.
Die afrikanischen Stämme Tuareg und Massai tanzen auch aus der Reihe, da sie eigentlich in südlichen Regionen leben, aber doch Lactase produzieren. Das hängt damit zusammen, dass sie intensive Viehzucht betreiben und relativ häufig Milch trinken.
In Südamerika haben 50% der Bevölkerung eine Lactoseintoleranz, in Nordamerika (USA) wurde in einer Studie nachgewiesen, dass 15% der Weißen Amerikaner, 53% der Mexikanischen-Amerikaner und 80% der Afro-Amerikaner eine Laktoseintoleranz haben. Hoier dürfte es sich also doch um genetische, nicht um kulturelle Gründe handeln.
Laktoseintoleranz bei Mann und Frau
In einigen Studien wurde ein Unterschied zwischen den Geschlechtern gesucht. Es konnte jedoch nie ein eindeutiger Beweis gefunden werden, d.h. Laktoseintoleranz tritt bei Männer und Frauen zu gleichen Teilen auf.
Quellen (u.a.)
Densupsoontorn N, Jirapinyo P, Thamonsiri N, Chantaratin S, Wongarn R (2004): Lactose intolerance in Thai adults. J Med Assoc Thai. 2004 Dec;87(12):1501-5.
Scrimshaw NS, MurrayEB (1988): Prevalence of Lactose Maldigestion. Am J Clin Nutr 48 (Suppl): 1086-1098, 1988
Sahi T (1994): Genetics and epidemiology of adult-type hypolactasia. Scand J Gastroenterol 29 (Suppl 202): 7-20, 1994
Yoshida Y, Sasaki G, Goto S, Yanagiya S, Takashina K. (1975); Gastroenterol Jpn. 1975;10(1):29-34. "Studies on the etiology of milk intolerance in Japanese adults."
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