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Fruktosemalabsorption und Depressionen Drucken E-Mail

Kann Fruchtzuckerunverträglichkeit Depressionen hervorrufen?

Die Antwort ist Ja!
Dies erfolgt auf zwei Wegen. Wird die Unverträglichkeit nicht behandelt und weiter Fruktose dem Körper zugeführt, so hat man die beschriebenen Symptome (vgl. "Symptome der Fruktoseintoleranz"). Diese Symptome führen auf Dauer zu einer Verschlechterung des psychischen und sozialen Zustandes.
Doch auch biochemisch ist die Fruktoseintoleranz für mögliche Depressionen verantwortlich. Das ist etwas kompliziert und sei hier kurz umrissen:

Die Fruktosemalabsorption geht mit einer Resorptionsstörung der Aminosäure Tryptophan einher, d.h. es wird zu wenig Tryptophan aus der Nahrung aufgenommen. Das Tryptophan wird im Körper zum Glückshormon Serotonin umgewandelt. Fehlt das Tryptophan, kann kein Serotonin gebildet werden und es kommt zu depressiven Zuständen.

Das fatale dabei: Der Körper weiß, dass er Tryptophan braucht, und man ist geneigt mehr Obst und Fruchtzucker zu essen. Ausserdem hört man oft, man solle mehr Obst essen, das sei gesund und helfe. Doch das hilft nicht, sondern verschlechtert die Lage drastisch, wenn man eine Fruktosemalabsorption hat.

Auch andere Unverträglichkeiten können die depressiven Zustände verschlimmern. Eine ärztliche Abklärung aller Möglichkeiten ist immer zu empfeheln!

Wie werde ich die Depressionen wieder los?

Sind die depressiven Zustände nur auf die Fruktoseintoleranz zurückzuführen, so verschwinden sie vollständig wenn eine entsprechende Diät eingehalten wird, die auf Fruktose verzichtet. Denn dann stimmt der Tryptophanhaushalt und somit auch der Serotoninhaushalt wieder!
Bei starken depressiven Zuständen ist jedoch eine ärztliche Abklärung dringend zu empfehlen!

 

Quellen (u.a.):

Ledochowski M, Widner B, Bair H, Probst T, Fuchs D.; Fructose- and sorbitol-reduced diet improves mood and gastrointestinal disturbances in fructose malabsorbers.; Scand J Gastroenterol. 2000 Oct;35(10):1048-52.

 

» 2 Kommentare
2Kommentar von ernesto410 am Dienstag, 05 August 2008 12:23
Wie wäre es mit ein paar Täfelchen rabenschwarzer Schokolade (70%+ Kakao) für den Serotoninhaushalt?
1"Depressionen und FM" von astrahm am Freitag, 27 Juni 2008 13:05
Wir sind in der Familie zwei mit LI und FM: meine Teenager Tochter und ich. Ich habe eigentlich instinktiv mehr oder weniger gegessen, was ich vertrage, sie jedoch hat sehr viel genascht. Nach der Diagnose der LI erhielt sie zusätzlich Vitaminsäfte, Obst & Co., und dann wurde es wirklich schlimm: ADS Symptomatik, Apathie, Leistungsabsturz, Konzentrationsprobleme. Irgendwann fanden wir den richtigen Tipp auf dem Internet, und nach drei Monaten fruktosearmer Diät ist sie nun wieder in Form.
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 15 September 2008 )
 
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