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Darmkrebs durch Bluttest nachweisbar |
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Rechtzeitige Diagnose würde Opferzahl um die Hälfte reduzieren
Bonn (pte/13.05.2008/13:55) - Ein Forscherteam der Universität Bonn und der John-Hopkins-Universität hat einen neuen Bluttest entwickelt, der Tumore des Dick- und Enddarms schon im Frühstadium nachweisen kann. Der Test schlägt Alarm, wenn ein bestimmtes Protein im Blut der Patienten gehäuft vorkommt. Da Darmkrebserkrankungen in jüngster Zeit stark zunehmen, suchen Wissenschaftler nach einer kostengünstigen und effektiven Screening-Methode, berichtet das Wissenschaftsmagazin Journal of Cellular Biochemistry.
Darmkrebs ist weltweit die dritthäufigste Tumorerkrankung. Allein in
Deutschland fordert die Krankheit Jahr für Jahr 30.000 Opfer. Experten
gehen davon aus, dass eine rechtzeitige Diagnose die Opferzahlen um die
Hälfte reduzieren könne. Der nun von den Forschern entwickelte Bluttest
hat in den ersten Versuchen viel versprechende Wirkung gezeigt: Bei 27
Patienten mit Dickdarmkrebs lieferte er in 24 Fällen die korrekte
Diagnose. In einer Studie an 127 Probanden ohne Tumorerkrankungen gab
es 21 Falschmeldungen. Für einen Bluttest ist das Ergebnis nicht
schlecht, meinen die Forscher. Im Vergleich dazu ist die
Prostatakrebs-Diagnose anhand des PSA-Werts etwa weit unzuverlässiger.
Der Bluttest richtet sich gegen ein Protein, das im Blut von
Darmkrebs-Patienten gehäuft vorkommt und Dickdarmkrebs-spezifisches
Antigen (colon cancer-specific antigen, CCSA-2) genannt wird.
"CCSA-2 scheint im Kern von Dickdarmzellen die Genaktivität zu
regulieren. Auf welche Weise, wissen wir nicht", meint die Bonner
Privatdozentin Gisela Walgenbach-Brünagel, die den Tumormarker entdeckt
hat. Die Testergebnisse wären jedenfalls vielversprechend. Der
diagnostische Goldstandard ist und bleibe jedoch die Darmspiegelung.
"Daran können und wollen wir nicht rütteln." Bei dieser Methode – die
auch Koloskopie genannt wird - wird ein schlauchförmiges Endoskop durch
den After in den Körper geschoben. Mithilfe einer Kamera kann der
Mediziner die Darmwand inspizieren. Einem geschulten Experten entgehe
dabei kaum ein Tumor. "Doch viel zu wenige Menschen nehmen diese
Möglichkeit wahr", so die Chirurgin. Die Hemmschwelle vor einer
Spiegelung, die ja mit gewissen Unannehmlichkeiten verbunden ist, sei
einfach zu groß. Gerade bei den Darmkrebserkrankungen ist die
Früherkennung besonders wichtig.
Die Mediziner hoffen nun, durch gleichzeitige Auswertung weiterer
Markersowohl die Empfindlichkeit als auch die Zuverlässigkeit des Tests
steigern zu können. Ziel ist eine einfache und kostengünstige
Screening-Methode, die sich in Vorsorge-Untersuchungen flächendeckend
einsetzen lässt. Für ihre Arbeit im Bereich "Darmkrebsprävention und
-früherkennung" ist die Wissenschaftlerin vor wenigen Wochen mit dem
"Felix Burda Award" ausgezeichnet worden.
pte080513028
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 14 Mai 2008 )
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