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Laktoseunverträglichkeit vor 7.000 Jahren ganz normal Drucken E-Mail
Fähigkeit Laktose zu verdauuen entwickelte sich erst in den letzten 7.000 Jahren

(c) Photocase.com
Die Fähigkeit Laktose zu verdauuen entwickelte sich erst in den letzten 7.000 Jahren
London (pte/27.02.2007/10:00) - Die Analyse der DNA von neolitischen Funden hat den ersten direkten Beweis dafür geliefert, dass der moderne Mensch sich als Reaktion auf die natürliche Selektion verändert hat. Vor nur 7.000 Jahren konnten die Europäer Milch nicht verdauen. Das ergab die Analyse von fossilen Knochenproben. Heute können mehr als 90 Prozent der Bevölkerung Milch problemlos abbauen. Laut Mark Thomas vom University College London muss es bei den Europäern zu einer raschen Veränderung des genetischen Aufbaus gekommen sein, da es für sie einen evolutionären Vorteil bedeutete, Milch verdauen zu können. Details der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Der Großteil der Menschen weltweit verliert vor Erreichen des Erwachsenenalters die Fähigkeit Laktose zu verdauen. Das Gen für das Enzym Laktase, das die Laktose abbaut, wird während des Heranwachsens deaktiviert. Zu den Symptomen für eine Laktose-Unverträglichkeit gehören Blähungen und Durchfall. 90 Prozent der erwachsenen Nordeuropäer verfügen über eine Version des Laktase-Gens, die lebenslang aktiv bleibt und ihnen so problemlos ermöglicht Milch zu trinken.

Um festzustellen wie sich diese Laktoseverträglichkeit entwickelte, untersuchen die Wissenschafter die DNA von 55 Knochenproben von acht Europäern aus der Jungsteinzeit. Die Skelette stammten aus dem Zeitraum 5840 und 5000 vor Christus. Nach der Extrahierung der DNA identifizierten die Forscher die Sequenz des Laktase-Gens für jeden der frühen Menschen. Überraschenderweise verfügte keiner der acht über jene Genmutation, die auf eine Laktoseverträglichkeit hinweist. Basierend auf diesen Ergebnissen geht Thomas davon aus, dass die erforderliche Mutation innerhalb der letzten 7.000 Jahre spontan auftrat und sich rasch durch natürliche Selektion verbreitete. Die Fähigkeit Milch zu verdauen hätte einen deutlichen Überlebensvorteil geboten. Kuhmilch ist nicht durch Parasiten verunreinigt und ist daher sicherer als Wasser. Zusätzlich steht sie das ganze Jahr zur Verfügung.

Die geringe Sonneneinstrahlung im nordeuropäischen Winter bedeutet laut dem Wissenschaftler auch, dass die Menschen über geringere Mengen von Vitamin D verfügen und daher Schwierigkeiten haben Kalzium aufzunehmen. Milch liefert Vitamin D und Kalzium. Der Vergleich der fossilen DNA und des heutigen genetischen Aufbaus liefert zwei Momentaufnahmen und damit laut New Scientist den ersten direkten Beweis für eine Veränderung des Menschen als Reaktion auf die natürliche Selektion. Laut dem Archäologen Clark Larsen von der Ohio State University seien jedoch größere Studien erforderlich, um das Fehlen einer Laktoseverträglichkeit in der Jungsteinzeit zu beweisen. Wie andere Experten betont er, dass die Gewinnung und Analyse von fossiler DNA sehr schwierig und fehleranfällig ist.

pte070227011

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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27 Februar 2007 )
 
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