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Aachen – 10. November 2006. Grundsätzlich sind Allergien, Unverträglichkeiten und Intoleranzen sowie Abneigungen gegen Lebensmittel voneinander zu unterscheiden, wenn die diätetische Therapie wirksam sein soll, unterstrich im Oktober Diätassistent Sven-David Müller-Nothmann vom Zentrum für Ernährungskommunikation und -beratung (ZEK) bei einem Kongress im Karman-Auditorium der RWTH Aachen. Zudem gibt es verschiedene Allergietypen, wobei die meisten Nahrungsmittelallergien dem Sofort-Typ zugehörig sind. Diese sind IgE-vermittelt. Pseudoallergische Reaktionen gegenüber Lebensmittelinhaltsstoffen und/oder Lebensmittelzusatzstoffen sind selten. Nahrungsmittelallergien sind ebenfalls relativ selten. Viel häufiger sind Pollenallergien.
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Lebensmittel, genauer die darin enthaltenen Proteine, die häufiger
zu allergischen Reaktionen führen, sind nach Müller-Nothmann Fisch und
andere Meeresfrüchte, Hühnereier, Milch, Nüsse, Soja sowie bestimmte
Gemüsesorten und Kräuter. Zudem gibt es Kreuzallergien, die auch
Lebensmittel(inhaltsstoffe) betreffen können. Bekannt ist die
Sellerie-Karotten-Beifuss-Allergie. Die Ernährungstherapie einer
Allergie besteht in der Karenz des Lebensmittels. Das kann zu
Mangelernährung führen, wenn nicht diätetische Maßnahmen, eine
ausgeklügelte Diätberatung durch Diätassistenten sowie gegebenenfalls
die Substitution von bestimmten Mikronährstoffen erfolgen. Allergiker
müssen die Karenz aber nicht in jedem Falle lebenslänglich durchhalten,
machte Müller-Nothmann Hoffnung, Eine Provokationsdiät darf nur unter
ärztlicher Aufsicht geschehen, da die Aufnahme des Allergens zu einem
lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock führen kann. In vielen
Fällen ist eine Eliminations- und Provokationsdiät der Schlüssel zum
diagnostischen Erfolg, denn andere Tests können falsch-positive und
falsch-negative Ergebnisse erbringen.
Im Gegensatz zu Pseudoallergien sind klassische Allergien nicht
dosisabhängig. Besonders häufig ist eine pseudoallergische Reaktion
gegen den gelben Farbstoff Tartrazin (E 102). Neurodermitis ist keine
allergische Erkrankung, aber diese Krankheit geht häufig mit
Nahrungsmittelallergien, Pseudoallergien oder
Nahrungsmittelunverträglichkeiten einher. Der Aufbau einer
gesundheitsförderlichen Darmflora durch Probiotika zeigt bei
Neurodermitis oft erstaunliche Erfolge. Eine Studie mit Brottrunk
zeigte, dass die typischen Neurodermitis-Beschwerden wie Jucken und
Hautreizungen deutlich zurückgingen. Müller-Nothmann empfahl den
täglichen Konsum von 2 Gläsern Brottunk und die Einnahme von
entzündungshemmendem Zink in Form des herausragend bioverfügbaren
Zinkhistidin sowie Oligofruktose. Dieser Ballaststoff dient den
probiotischen Bakterien des Brottrunks als Substrat und fördert ihren
neurodermitis-lindernden Effekt.
Es gibt hitzestabile und hitzeinstabile Allergene. Daher müssen
Kuhmilchallergiker genau wissen, auf welches Kuhmilch-Protein sie
allergisch reagieren. Grundsätzlich sollten Patienten ohne exakte
Diagnosestellung keine Lebensmittel weg gelassen, denn sonst droht
schwerwiegende Mangelernährung, warnte Müller-Nothmann. Allergien gegen
Zucker oder Salz sind nicht bekannt. Die Zöliakie ist wahrscheinlich
keine Allergie. Die Therapie besteht in der lebenslangen Meidung von
bestimmten Getreideeiweißen, die Bestandteil des Brotgetreides (Roggen,
Gerste und Weizen), aber nicht von Hafer sind. Die
Lebensmittelkennzeichnung hat sich in den vergangenen Jahren zu Gunsten
von Allergikern und Menschen, die unter Unverträglichkeiten gegenüber
bestimmten Nahrungsinhaltsstoffen oder Lebensmitteln selbst leiden,
verbessert. Nicht eindeutig bewiesen ist, ob Glutamat zu allergischen
oder ähnlichen Reaktionen führt – auch steht der Beweis des so
genannten Chinesen-Restaurant-Syndroms aus.
Besonders häufig ist die Unverträglichkeit gegenüber Laktose. Es gibt
verschiedene Formen der Laktoseintoleranz. In der Regel ist diese auf
eine mangelhafte Bildung von Laktase zurückzuführen. In der
Ernährungstherapie muss Laktose gemieden werden. Außerdem hat sich die
Supplementation von Laktase bewährt. Solche Produkte gibt es preiswert
in Drogerien zu kaufen. Inzwischen gibt es außerdem eine Reihe von
milchzuckerarmen/-freien Milchprodukten, so dass Betroffene eine
ausreichende Kalziumzufuhr gewährleisten können. Im ärztlichen
Beratungsportal http://www.qualimedic.de beantworten Fachärzte
kostenlos rund um die Uhr Fragen zu Allergien und Unverträglichkeiten.
Autor:
Sven-David Müller-Nothmann
Zentrum für Ernährungskommunikation und -beratung (ZEK)
http://www.svendavidmueller.de
Veröffentlicht auf openPR am 10.11.2006 um 16:20
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