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Vorsorge in der Apotheke? Ärzte warnen vor "falscher Sicherheit" |
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Ärztekammer fordert Umsetzung des bundesweiten Erinnerungssystems für ärztliche Vorsorgeuntersuchung
Wien (OTS) - Zur Aktion "10 Minuten für Ihre Gesundheit", die ab 10. Oktober österreichweit in den Apotheken gestartet wird, hat die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) Bedenken geäußert. Die Österreicher seien aufgerufen, immer - und nicht erst nach Rat eines Apothekers - zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen, wenn sie sich über ihren aktuellen Gesundheitsstand und Fragen der medizinischen Vorsorge informieren wollten, betonte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, in einer Aussendung am Mittwoch. "Niemand darf sich in falscher Sicherheit wiegen, nur weil in der Apotheke fünf Werte wie etwa Gewicht oder Bauchumfang gemessen worden sind. Es ist besser, gleich zur medizinischen Vorsorgeuntersuchung zu gehen, statt den Hinweis eines Apothekers abzuwarten und Zeit zu verlieren", riet der Ärzte-Präsident. Medizinische Vorsorge sei mehr als nur die Messung von fünf Parametern, sondern umfasse die Untersuchung des gesamten Menschen. Brettenthaler: "In der Marketing-Aktion der Apotheker fehlt der ganzheitlich medizinische Ansatz."
Der Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte, Dr. Jörg Pruckner,
erinnerte an die Möglichkeit der qualitätsgesicherten medizinischen
Vorsorgeuntersuchung beim Arzt, die den Österreichern ab 18 Jahren
kostenlos zur Verfügung steht und erst im vergangenen Jahr auf den
neuesten wissenschaftlichen Stand gebracht wurde. "Wenn Menschen etwas
über ihren gesundheitlichen Gesamtzustand wissen wollen, gehören sie in
ärztliche Hände. Nur Ärztinnen und Ärzte sind dazu ausgebildet",
stellte Pruckner klar. Die Ärzteschaft sei alarmiert, dass die Zahlen
der medizinischen Vorsorgeuntersuchung 2005 erstmals zurückgegangen
seien. Die Ärztevertreter fordern angesichts dieses Rückgangs die noch
ausstehende Umsetzung des angekündigten bundesweiten Erinnerungs- und
Einladesystems für die medizinische Vorsorgeuntersuchung.
Die medizinische Vorsorgeuntersuchung, die von etwas über 4000
österreichischen Ärztinnen und Ärzten angeboten wird, ist das bislang
umfangreichste Programm zur Fahndung nach den wichtigsten
Volkskrankheiten und gilt europaweit als vorbildlich. Der medizinische
Gesundheits-Check setzt nicht nur auf Laborwerte, sondern
berücksichtigt die individuelle Lebenssituation des Einzelnen. Dabei
geht es sowohl um die Früherkennung von Krankheiten als auch um die
Unterstützung bei gesundheitsfördernden Veränderungen des Lebensstils.
Unter anderem werden auch Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder falsche
Ernährung in der Vorsorgeuntersuchung berücksichtigt. In Kombination
mit anderen Risikofaktoren wird für jeden Patienten ein persönlicher
Risikoscore errechnet.
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