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Rätsel um giftige Austern in Frankreich Drucken E-Mail
Verkaufsverbot für Delikatesse - Sicheres Testverfahren fehlt derzeit

Archachon/Mainz (pte/23.09.2006/06:20) - Knapp einen Monat ist es her, dass die berühmten Austern von Archachon mit einem Verkaufsverbot belegt wurden. Grund dafür war ein Test, dessen Ergebnis negativ ausfiel. Angeblich seien die Austern toxisch belastet. Ein Mensch ist angeblich sogar an den Folgen der Vergiftung gestorben, berichtet Nature-Online. Deutlich wird bei der Geschichte allerdings eines: Es fehlt immer noch an wirksamen Tests zum Auffinden solcher gefährlichen Biotoxine.

"Vergiftungen von kontaminierten Meeresfrüchten können zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. In der EU wurde daher das Forschungsprojekt Biotoxmarin ins Leben gerufen", so der Molekularbiologe Heinz-Christoph Schröder von der Universität Mainz im pressetext-Interview. Schröder ist damit beschäftigt im Rahmen des Forschungsprojekts neue Methoden zur raschen Feststellung von solchen Toxinen zu ermöglichen. Bisher gibt es das so genannte Maus-Testverfahren. Dabei werden Mäusen Muschelsäfte injiziert. Stirbt die Maus, ist die Muschel ungeniessbar. "Diese Methoden eignen sich natürlich nicht dafür, festzustellen, welche Toxine in der Muschel enthalten waren", erklärt der Wissenschaftler. Es sei allerdings von großer Bedeutung, dies zu wissen. Zudem sei der Maus-Test viel zu langsam.

Biotoxmarin zielt nun darauf ab, Testmethoden zu entwickeln, die entsprechenden Toxine rasch und kostengünstig entdecken. "Vorstellbar wäre ein Schnelltest schon an Bord von Schiffen oder etwa am Markt", so Schröder. Interessant sei darüber hinaus auch noch, Antikörper gegen diese Gifte zu finden. "Wenn eine Muschel oder ein anderes Nahrungsmittel solche Toxine enthält, bleiben diese auch nach der Garung immer noch gefährlich. Das bedeutet, dass diese nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind", führt Schröder aus. Biotoxmarin läuft bereits seit eineinhalb Jahren. "Chemische Assays sind wesentlich besser als der Maus-Test", meint auch Laurent Rosso, Direktor der französischen Lebensmittelsicherheitsbehörde in Maisons-Alfort. Die chemischen Tests könnten zudem genauer auf den Menschen abgestimmt werden.

Andere Experten sehen den Maus-Test immer noch als gute Methode an, wenn es um so genannte Mysterien-Toxine geht. Allerdings wären diese Toxine relativ selten. Wenn sie auftauchen müssen ihre Spuren erst mühsam zurückverfolgt werden. "Meist handelt es sich dabei um toxisches Plankton, das für gewisse Regionen atypisch ist und mit Ballastwassertanks von Schiffen in fremde Gewässer kommt", so Zouher Amzil, Experte für Phycotoxine vom französischen Meeresforschungsinstitut Ifremer. Wahrscheinlich sind auch die Austern von Archachon von solchen "geheimnisvollen" Toxinen belastet. Die Forscher wollen nun jene Toxine finden, die die Mäuse getötet haben.

 

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