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Kosten für allergische Krankheiten betrugen 2005 über 100 Millionen Euro
Wien (pte/01.06.2006/13:33) - Heute, Donnerstag, wurde in Wien der
erste österreichische Allergiebericht der Öffentlichkeit präsentiert.
In diesem Bericht werden alle in Österreich zu Verfügung stehenden
Daten zu Allergien zusammengetragen. Der Bericht zeigt, welche
Bevölkerungsschichten in Österreich besonders von Allergien betroffen
sind, welche Allergie auslösende Substanzen unterschieden werden können
und wie viele Diagnosen bisher erstellt wurden. "Kurz gesagt zeigt uns
der Allergiebericht ein genaues Bild über die Allergie-Situation in
Österreich", so Michael Kunze des Instituts für Sozialmedizin der
Medizinischen Universität Wien auf der
heutigen Pressekonferenz.
In Österreich leiden derzeit mehr als 20 Prozent der Bevölkerung (ca. 1,6 Mio. Personen) an einer Allergie. Auffallend ist, dass Menschen in höher qualifizierten Berufen stärker an Allergien leiden als Berufstätige in weniger qualifizierten Positionen. In hoch qualifizierten Berufen sind 30,7 Prozent der Männer und 37,1 Prozent der Frauen von Allergien betroffen. In Berufen, die keine Qualifikation verlangen, leiden 24,6 Prozent der Männer und 27,8 Prozent der Frauen an Allergien. "Möglicherweise lässt sich das durch eine stärkere Sensibilisierung bei hoch ausgebildeten Menschen erklären", so Thomas Dorner des Instituts für Sozialmedizin.
Insgesamt leiden Frauen häufiger an Allergien als Männer. Bei Kindern ist die Situation jedoch umgekehrt und es sind mehr Jungen als Mädchen betroffen. Auch regional gibt es starke Unterschiede: So sind in den Bundesländern Salzburg und Oberösterreich etwa doppelt so viele Menschen betroffen wie in Burgenland und Kärnten. In Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern ist die Prävalenz von allergischen Erkrankungen zudem viel niedriger. Der Höhepunkt bei allergischen Erkrankungen liegt im Kinder- und Jugendalter. Ein zweiter Gipfel folgt um das 60. Lebensjahr.
Ebenso belegt der Allergiebericht, dass die Zahl der unter Heuschnupfen leidenden Menschen von 1986 bis 2003 um mehr als das Doppelte gestiegen ist. Die Zahl der Asthmatiker erhöhte sich in diesem Zeitraum sogar um das 3,5-fache. Heuschnupfen und Asthma sind eng miteinander verbunden. Rund 80 Prozent der Asthmatiker leiden auch an Heuschnupfen. Umgekehrt haben Menschen mit Heuschnupfen das zehnfache Risiko an Asthma zu erkranken als Menschen ohne Allergie. "Die Früherkennung von Heuschnupfen kann daher wesentlich dazu beitragen, die Entwicklung von Asthma zu verhindern", so Wolfgang Pohl von der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP).
Auch Beate Hartinger, stellvertretende Generaldirektorin des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, betont die Bedeutung einer zeitigen Diagnose und Therapierung von allergischen Erkrankungen. "Der Volkswirtschaftliche Schaden von Allergien ist groß: Letztes Jahr gab der Hauptverband 75 Millionen Euro für Asthma und 24 Millionen Euro für andere allergische Erkrankungen aus", so Hartinger.
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